Nachdem die Vorbereitungen und Ausbauaktionen unseres Transits sich länger hinausgezögert hatten als geplant (was für eine Überraschung), sind wir seit Anfang April wieder unterwegs. Unser Weg führte Stückweise über Clermont-ferrand nach Südfrankreich. Während wir eigentlich an die erlebnisreiche, entspannte und warme Teneriffazeit anknüpfen wollten, schienen die Omem dieses Mal jedoch anders zu stehen. Wir fuhren konsequent Landstrecke und klapperten sämtliche Dörfer und Ortschaften Zentralfrankreichs ab. Um nach Clermont-ferrand zu gelangen, mussten wir schließlich erstmal die Rue l’Enfer (zu Deutsch: Straße der Hölle) durchqueren- Highway to hell singend versteht sich. Als ein Dorf weiter eine schwarze Katze unseren Weg kreuzte, hätten wir vielleicht mal aufmerksam werden sollen, aber wir sind ja nicht abergläubig.

Angekommen in der wirklich sehr schönen historischen Stadt Clermont-ferrand, die übrigens von einer hübschen Vulkanlandschaft gesäumt ist, fanden wir uns in einer tief schwarzen gotischen Kathedrale wieder – und zwar in der Kapelle der Apokalypse. Nael fragte mich hier im Flüsterton: „Mama, welche Tiere gibt es hier drin denn?“. Ich: „Wieso? Welche Tiere soll es denn bitte hier geben?“. Nael: „So Gespenster!“.


Aber zurück zur Apokalypse: Diese holte uns schneller ein, als uns lieb war. Nachdem wir nämlich unser erstes offizielles Reiseziel in der Nähe von Béziers erreicht hatten, bekam Yanko auf einmal aus dem Nichts heraus Fieber. Total ausgeknockt der Mann. Sowas passiert zumindest bei uns immer an Feiertagen, andenen nichts geöffnet hat. Also sind wir am Tag danach erstmal in die nächste Apotheke zum Covid-Test gefahren. Und natürlich, nach zwei Jahren Pandemie hat es uns dann auch mal erwischt. Weil ich zum Glück noch symptomfrei und negativ war, habe ich erstmal einen Großeinkauf gestartet, damit wir uns in unserem winzigen Van zu viert isolieren können. Und dann ging sie so richtig los, die Hölle. Beide Kinder fingen an zu Fiebern, während das Baby gleichzeitig natürlich auch noch am Zahnen war. Bei mir meldeten sich auch plötzlich sämtliche Symptome von sich abwechselndem Fieber und Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen der unerträglichsten Sorte und irgendwann auch besagter Husten. Als ob das nicht hart genug wäre, wollte der Säugling nurnoch säugen-ununterbrochen. Parallel zu unserem Coronaabenteuer regnete und gewitterte es Tage lang. Da wurde es wirklich so richtig eng im Camper, wenn man noch nicht mal mehr die Möglichkeit hat sich raus auf die Picknickdecke zu legen. Neben den Nerven, die bei uns allen allmählich blank lagen, entstand noch ein Problem: Wie duschen, wenn man keinen Campingplatz anfahren darf und es für die Outdoordusche zu kalt ist?

Nach über einer Woche habe wir es aber geschafft und die unschöne Krankheit und auch Frankreich hinter uns gelassen. Innerhalb eines Tages haben wir Italien durchquert (eigentlich eine Schande), um nach Kroatien zu gelangen. Jetzt sieht die Welt wieder anders aus: Türkises Meer, Sonne, Freiheit und vorallem Gesundheit! Unser Plan wird sein erstmal ein bisschen in Kroatien zu verweilen und wieder zu Kräften und Motivation zu gelangen. Außerdem wird unser Jippelchen (luxburgisch für Küken) seinen ersten Geburtstag in Kroatien feiern. Über Montenegro und Albanien wollen wir es dann nach Griechenland und vielleicht sogar bis in die Türkei schaffen. Aber wir werden sehen. Planen ist die eine Sache und das Leben, was passiert, eine andere! In diesem Sinne: Verfolgt hier gerne weiter unsere Reise!


Hinterlasse einen Kommentar