Erfahrt in diesem Artikel warum Kroatien das perfekte Land zum Campen ist und warum Game of Thrones-Fans hier auf ihre Kosten kommen
Kroatien ist das erste Land auf unserer Camper-Reise, für welches wir etwas mehr Zeit eingeplant haben. Um so weiter wir in den Süden des Balkanlandes vordringen, umso angenehmer werden die Temperaturen. Das macht es natürlich auf der einen Seite leichter mit dem Campen und auf der anderen Seite finden wir so beste Bedingungen vor Kroatien zu entdecken.

Campingparadies an der Adria
Kroatien hat alles, was das Camperherz begehrt: eine schier unendliche Küstenlandschaft mit türkisfarbenem Ozean, Gebirgsketten, mediterrane Olivenhaine, faszinierende Nationalparks und epische Städte mit historischem kulturellen Erbe.

So ist es kein Wunder, dass sich hier ein Campingplatz an den anderen reiht. Stellplätze direkt am Meer im Schatten von Pinien und Kiefern gibt es hier tatsächlich wie Sand am Meer- auf Kroatien bezogen vielleicht eher, wie Kieselsteine am Meer! Dennoch wollten wir gerade für Yaros ersten Geburtstag nicht irgendeinen beliebigen Campingplatz auswählen, sondern wir wollten einen richtig schönen Ort finden, wo auch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. So kam es, dass wir in der Nähe von Murter auf einem wunderschönen Campingplatz gelandet sind, der unter anderem bei FKKlern wohl sehr beliebt ist. Neben ein paar nackten Rentnern waren aber auch genügend gekleidete Menschen – und zur Freude der Kinder auch Familien- anwesend.
Und dann war es endlich soweit, unser Baby wurde ein Jahr alt und somit offiziell zum Kleinkind! Obwohl der Große bemängelte, dass es ja an Gästen fehlen würde, ließ es sich der Kleine so richtig gut gehen! Geburtstagskrone, Girlande, Kuchen (zu meinem Bedauern nicht selbstgebacken) und Geschenke waren wohl zwar ganz nett aber den ganzen Tag am Strand mit Planschen zu verbringen hat das Geburtstagskind erst so richtig glücklich gemacht. Tatsächlich ist Yaro mittlerweile zu einer richtig kleinen Wasserratte geworden (nach langer anfänglicher Skepsis Wasser gegenüber). Während er auf Teneriffa noch durch die Weltgeschichte gekrabbelt ist, möchte der Herr nun nurnoch an der Hand laufen.

Übrigens haben wir an besagtem Campingplatz sehr viele Slowenen getroffen. Slowenien haben wir auf dem Weg nach Kroatien leider nur kurz passiert, allerdings möchte ich auf jeden Fall auf dem Rückweg ausgiebig Zeit für Slowenien einplanen, da es eines meiner absoluten Lieblingsländern ist. Warum erfahrt ihr dann zu gegebener Zeit.
Neben Campingplätzen lassen sich in Kroatien auch immer wieder sogenannte Auto-Camps finden. Diese Stellplätze sind zwar puristischer ausgestattet als Campingplätze, dafür aber auch dementsprechend günstiger. Alternativ übernachten wir auch auf dem ein oder anderen Parkplatz oder stehen hier und da auch mal frei in der Natur. Auch wenn letzteres zwar offiziell nicht gestattet ist, so bietet die kroatische Landschaft einige Möglichkeiten dazu inmitten atemberaubender Wildnis zu übernachten. Und das ist ja auch irgendwie der Traum eines jeden Van-Reisenden!
Auf diese Weise konnten wir schon einige Begegnungen mit Wildtieren machen. Bei der Übernachtung auf einem Berg konnten wir morgens beim Frühstück einen großen Hasen beobachten, der auf uns zugelaufen kam. An einem einsamen See konnten wir in der Abenddämmerung Wasserschlangen sehen und bei einem Spaziergang im Nationalpark sind die Jungs einer Schlange begegnet.

Kroatiens grüne Nationalparks
Die Nationalparks Kroatiens sind übrigens wirklich atemberaubend. Auch wenn das Freistehen dort strengstens untersagt ist, so lohnt es sich definitiv in der Nähe zu übernachten und einige Wanderungen zu unternehmen. Ich bin immer wieder geflasht, dass nach stundenlanger Fahrt durch karge Geröll-und Buschlandschaft plötzlich aus dem Nichts grüne Seenlandschaftten mit paradiesischen Wasserfällen auftauchen.
Auf unserer letzten Kroatienreise vor einigen Jahren wurden wir schon in den Bann der Plitvicer Seen gezogen. Diesesmal lag der Nationalpark leider nicht ganz auf unserer Route, dafür haben allerdings einen Abstecher zum Krka-Nationalpark unternommen. Zufällig landeten wir dort am Maifeiertag und mussten feststellen, dass auch die Kroaten den 1.Mai wohl ausgiebig mit wandern und Pivo (kroatisch für Bier) zelebrieren. Wir ließen uns also mitreißen und spazierten entlang der terassenartigen Wasserfälle und bewunderten das glasklare Wasser. Dann bezwangen wir ganze 517 Stufen einen Berg hinauf zu einer prähistorischen Höhle (mit Kleinkind auf dem Rücken wirklich eine sportliche Leistung) und gönnten uns im Anschluss in der Gaststätte einer alten Mühle ein kühles Getränk – Balkanmusik inklusive. Das nächste Mal werde ich mir dort einen Kaffee gönnen für 12 Kuna, das entspricht etwa 1,60€.


Nicht ganz so spektakulär aber dennoch sehr sehenswert und ruhig sind die Bacina-Seen sowie der Karinsko More-See.

„You call it Kingslanding, we call it home“
Was wir uns außerdem auf keinen Fall entgehen lassen wollten waren die historisch bedeutenden Küstenstädte Split und Dubrovnik. Sagt Euch nichts? Vielleicht kennt Ihr die Festungen, Kathedralen, Stadtmauern und Parkanlagen der Städte ja als Kulisse von Game of Thrones. Dubrovnik war beispielsweise als Königsmund zu sehen. Da musste ich natürlich schmunzeln, als ich auf einer Mauer in der Altstadt Dubrovniks las: „You call it Kingslanding, we call it home“

Tatsächlich besteht die Altstadt quasi nur aus epischen historischen Gebäuden und ist von einer Gewaltigen zwei Kilometer langen Stadtmauer umgeben, welche den ehemaligen Stadtstaat schützen sollte! Unzählige Treppen führen schmale Gassen hinauf und laden dazu ein das Herz der Stadt zu entdecken. Wir finden es großartig uns in der Stadt zu verlieren!
Tipp: Du hast nun auch Lust bekommen nach Dubrovnik zu reisen? Dann plane mehrere Tage ein, um die Stadt mit Ihren Denkmälern zu erkunden. Parke am besten weit außerhalb und fahre mit dem Bus zur Altstadt! Und falls Du mit einem Baby unterwegs sein solltest: lass den Buggy stehen und nimm besser die Trage!

Ein weiteres Highlight war für uns alle Split. Hier hat der reichlich verzierte antike Palast für die Kulisse von Meeren (Game of Thrones) hergehalten. Ich persönlich war aber besonders von dem Neptuntempel fasziniert. Dabei handelt es sich um einen kleinen Tempel, welcher aus hellen Steinen erbaut wurde. Um den Eingangsbereich ist dieser mit Ornamenten verziert und im Inneren befindet sich eine Neptunstatue.

Auf dem Weg in den Süden Kroatiens mussten wir übrigens für wenige Kilometer Bosnien-Herzegowina durchqueren. Dabei kamen wir auch an dem Städtchen Neum vorbei, was aber gefühlt nur aus Hotels besteht. Wir denken, dass das Land bestimmt schönere Ecken vorzuweisen hat und haben uns daher nicht lange dort aufgehalten.

Ganz am südlichen Ende Kroatiens verlassen wir nun die EU und reisen nach Montenegro weiter.


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