Albanien hat nicht nur eine atemberaubende Naturlandschaft zu bieten, sondern besitzt auch ein einzigartiges kulturelles Erbe.
Auf dem Weg in den Süden Albaniens, wo uns traumhafte Strände erwarteten, kamen wir an der ein oder anderen beeindruckenden UNESCO Welterbestätte vorbei. Da kann ich als Ethnologin und kulturinteressierte Person natürlich keinen Bogen drum machen, egal wie heiß die Temperaturen sind oder die Kiddies gerade gelaunt sind.
Weltkulturerbe & Nationalpark Butrint

Die antike Ruinenstadt Butrint ist mein persönliches Albanien-Highlight! Die Stätte liegt praktischerweise direkt neben dem Strandparadies Ksamil und konnte damit super in unsere Reiseroute integriert werden.
Butrint zeichnet sich dadurch aus, dass es die verschiedenen Baustile der mediterranen Geschichte in einer archälogischen Anlage vereint. Das bedeutet, dass dort neben prähistorischen Funden, altgriechische, römische, byzantinische, venezianische sowie osmanische Ruinen besichtigt werden können. Einige Elemente der Stätte sind noch sehr gut erhalten und wir waren beeindruckt, wie gut an manchen Stellen Mosaike die Jahrtsusende überdauert haben.

Was uns allerdings besonders an diesem Ort fasziniert hat, war das Zusammenspiel zwischen Natur und Ruinenstätte. Die einzelnen Gebäude sind nämlich von gigantischen Bäumen und Pflanzen umgeben, so dass wir das Gefühl hatten durch eine Ruinenstätte im Dschungel zu spazieren. Dazu kam, dass sich in einigen Bauten Wasser angesammelt hatte, in welchem Wasserschildkröten leben – sehr zur Freude der Kinder. Die Anlage liegt außerdem in einem Marschland und ist deshalb rundherum von Wasser umgeben. Laut UNESCO liegt der Outstanding Universal Value (also die Einzigartigkeit) der Stätte in der speziellen Atmosphäre, welche sich aus der Kombination aus Archäologie, Monumenten und Natur ergibt.

Der Legende nach wurde Butrint nach dem Untergang Trojas von tojanischen Verbannten gegründet. Archäologen gehen allerdings davon aus, dass Butrint durch Siedlungen um 1200 v.Chr. entstand und 800 v.Chr als griechische Kollonie zu einer Stadt wurde.

Damit wir früh morgens vor dem Touristenandrang und der Mittagssonne in die Anlage kommen konnten, haben wir es uns am Vorabend auf dem Parkplatz des Hotel Livia mit unserem Camper gemütlich gemacht- mit deren Erlaubnis natürlich. Der Hotelgarten, welcher sich direkt neben der Ausgrabungsstätte befindet, ist übrigens ein sehr schön gestalteter schattiger Ort, um bei einem kühlen Getränk den hohen Temperaturen zu entfliehen!

Apollonia

Apollonia war einst eine bedeutende antike Stadt, von welcher bisher nur ein kleiner Bruchteil ausgegraben wurde. Die im 7. Jahrhundert v.Chr. gegründete Stadt wurde nach dem griechischen Gott Apollon benannt und war ein wichtiges Handelszentrum, bis es durch ein Erdbeben seinen Zugang zum Meer verlor.
Heute kann man dort einige mehr oder weniger beeindruckende Ruinen der griechischen Antike bewundern, welche sich in einer Landschaft voller wunderschönen alten Olivenbäume befinden.

Es stellte sich bei unserem Besuch heraus, dass besonders das Bouleuterion als Hochzeits- Shootingplatz beliebt ist. Ebenso das dort befindliche mittelalterliche Kloster, welches aus antiken Überresten erbaut wurde und daher wirklich sehr pittoresk wirkt. Und schon wieder musste ich feststellen, dass mal wieder ein Trend völlig an mir vorbei gegangen ist: Nachdem wir bestimmt eine Stunde warten mussten, um ein Familienfoto vor der begehrten Säulenfassade zu ergattern, wurde uns von dem Brautpaar erklärt, dass die Hochzeit erst in zwei Monaten stattfinden wird. Das Shooting inklusive einer elegant gekleideten Gruppe an Brautjungfern wurde aber jetzt schon aufwendig inszeniert. Dafür machte deren Fotograf im Anschluss noch ein paar richtig professionelle Fotos von uns. Da hatte sich wenigstens das Warten gelohnt!

Weltkulturerbe Gjirokastra
Wer auf authentisches traditionelles Kunsthandwerk steht, der wird in der Altstadt von Gjirokastra fündig. Und das hat seinen Grund! Der historische Stadtkern im osmanischen Stil und die darin ansässigen Kunsthandwerkslädchen sind UNESCO Weltkulturerbe.

Oberhalb der Stadt befindet sich zudem eine riesige Festung, welche traditionell als Kulisse für das albanische Folk Festival dient. Auf diese Weise kann das immaterielle kulturelle Erbe, wie lokale Musik und Tanz weiter gelebt werden.
Die Legende der Burg besagt, dass Prinzessin Argjiro sich im 15. Jahrhundert nicht vor den Osmanen ergeben wollte und daher mit ihrem Baby zu dem Rand der Burgmauern rannte. So stürzte sie mit ihrem Kind in die Tiefe hinab, wobei nur das Baby überlebte. An der Stelle, wo sie hinunter gestürzt war, floss nun Milch hinunter, so dass das Baby weiter genährt werden konnte.
Ausgerechnet an besagter Stelle habe ich passenderweise Yaro gestillt und danach die Infotafel über die Argjiro-Legende gelesen.
Ich musste bei dieser Legende an den Mythos der Burg Rozafa denken. Du kennst diesen noch nicht? Dann musst Du unbedingt meinen Artikel über Albanien und die verwunschenen Berge lesen!

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