Unbebaute Buchten wie aus dem Bilderbuch sind in Europa selten noch zu finden. Erfahrt in diesem Artikel, welche atemberaubende Strände wir im Süden Albaniens entdeckt haben und welche Orte uns in ihren Bann gezogen haben.
Wir sind auf unserer Reise in Albanien hängengeblieben! Einen Monat haben wir in dem vielseitigen Balkanland verbracht und das hat (wie ihr gleich erfahren werdet) so seine Gründe.
Porto Novo und Vlora
Ab der Hafenstadt Vlora beginnen die schönsten Küstenabschnitte Albaniens, so heißt es. Also sind wir über Tirana und Apollonia nach Porto Novo gefahren- einem naturbelassenen Strandabschnitt etwas oberhalb der Stadt. Diesen Geheimtipp haben wir einem befreundeten Paar zu verdanken, welches auf dem Weg in den Iran dort vorbeigekommen ist.
Die Bucht ist der perfekte Campingspot für uns gewesen: Freistehen auf einer Wiese direkt vor dem Sandstrand, ganz seichtes Wasser für die Kinder zum planschen und jeden Tag kamen Ziegen und Kühe mit ihren Hirten zum Weiden vorbei. Das ist uns übrigens überall in Albanien begegnet, ständig hatten wir grasende Tiere um den Van stehen. Wir haben es geliebt!
Was der schönen Beachlife-Idylle allerdings einen kleinen Abbruch getan hat, ist ein großes wiederkehrendes Problem: Plastikmüll überall soweit das Auge reicht! Da konnte auch eine Müllsammelaktion von uns und später auch von anderen Campern leider nicht wirklich großartig etwas verändern.



Gjipe Beach
Albanien ist ein Land im Wandel. Überall wird gebaut und es wird enorm an der Modernisierung der Infrastruktur gearbeitet. Unterwegs ist es uns daher des öfteren passiert, dass zum Freistehen empfohlene Plätze plötzlich bebaut waren oder die Straßenführung im Abgleich mit dem Navi nicht mehr stimmte. Dieses Herumirren kann mit zwei kleinen Kindern unterwegs eine Nervenzerreißprobe sein, oder eben einfach ein Abenteuer!
Auf der Suche nach einem Schlafplatz gelangten wir zu einem Parkplatz, welcher oberhalb von Gjipe Beach gelegen war. Weil wir dort übernachteten, konnten wir am nächsten Morgen den steinigen Weg bergab wandern, welcher zu einer beeindruckenden Bucht führte. Uns erinnerte der von Felsen umgegbene Strand an „the beach“ (ihr wisst schon, dieser Film mit Leonardo DiCaprio). Da wir vor vielen Jahren schonmal in Thailand an dem Drehort waren, wissen wir wovon wir sprechen.
Wirklich spektakulär ist, dass direkt hinter dem Strand eine Schlucht liegt, die man auch gut bewandern kann. Für uns war allerdings der Rückweg bergauf Odyssee genug. Es ist wirklich nicht empfehlenswert während der Mittagshitze dort entlang zu spazieren.

Gjiri Akuariumit
Eine viel kleinere Bucht, welche aber mindestens genau so schön ist, befindet sich etwas versteckt bei Jale. An dem sogenannten Aquariumstrand lässt es sich hervorragend schnorcheln.
Wir lernten dort ein kosovarisches Paar kennen, welches sich spontan eine Matratze für den Kastenwagen kaufte, um dort mit uns zu campen.

Buneci Beach
Ursprünglich wollten wir an dem etwas gewöhnungsbedürftigen Strand auf dem Weg nach Himarë nur einen Übernachtungsstop einlegen. Als wir an diesen eher wilderen Strandabschnitt gelangten, lief gerade eine Herde verwildeter Pferde auf dem Areal herum. Als wir uns den Tieren vorsichtig näherten, machte das Leitpferd sofort klar, dass wir uns von der Herde fernhalten sollten.
Wir blieben also begeisterte Beobachter aus der Ferne und suchten uns einen Stellplatz zwischen den zahlreichen anderen Vans. Weil die Sonne mittlerweile unerbitterlich von morgens bis abends am brennen ist -und wir natürlich noch keine Markise besitzen- musste leider Naels Bettdeckenbezug als Sonnensegel umfunktioniert werden. Not macht erfinderisch!
Und unter diesen Voraussetzungen sind wir einfach spontan ein paar Tage länger an diesem ruhigen Fleck Erde geblieben.

Ksamil

Ksamil ist das albanische Urlaubsparadies. Der Ort hat mehrere kleine türkisfarbene Buchten mit richtig vielen coolen Strandbars. Da wollten wir natürlich hinfahren! Der Plan war eigentlich, dass wir uns dort zur Abwechslung mal für ein paar Tage eine Unterkunft mieten, da Zimmer schon ab 14 € angeboten werden. Allerdings kamen wir an einem Olivenbaumhain vorbei, welcher direkt vor einer Bucht lag und geradezu zum Campen einlud.
Der nette Barbetreiber von Gegenüber (der uns noch so manches Getränk spendierte) gab uns sein Okay und schon richteten wir uns zwischen den Olivenbäumen ein. Er erklärte uns, dass die Saison erst ab Juni beginnt und da wir drei Tage vor Saisonstart ankamen, durften wir kostenlos auf dem ansonsten gebührenpflichtigen Platz stehen.

In Ksamil gibt es sowohl weiße Kieselstein-Buchten (eine schöne zum schnorcheln geeignete Bucht liegt bei der Sea Breeze Seaside Bar), sowie sandige Strandabschnitte. Weil unsere Kinder am liebsten mit Sand spielen und wir für sie seichtes Wasser bevorzugen, haben wir uns am Lori Beach zwei Liegen mit einem Sonnenschirm gegönnt. Das war dann so ein richtiger Urlaubsmoment!
Ansonsten besteht die kleine Stadt hauptsächlich aus Hotels, Bistros, Supermärkten und Strandshops. Um anständig einzukaufen, muss man schon in die benachbarte Stadt Saranda fahren. Da gibt es sogar einen Rossmann! Ansonsten sind europäische Ketten übrigens kaum in Albanien zu finden. Es ist auch ein Ding der Unmöglichkeit an Campingbedarf zu gelangen (wir suchen bis heute noch nach einem Sonnensegel).
Immerhin muss in Ksamil -ach was, in ganz Albanien- kein Reisender verhungern! Wirklich an jeder Ecke gibt es irgendeine Delikatesse zu probieren! Die besten Bureks in ganz Ksamil haben wir übrigens der Bäckerei (auf albanisch Furre Buke) Prizreni gefunden. Die Bureks, die ihr vielleicht von zuhause als Böreks kennt, sind nichts im Vergleich zu den Meisterstücken, die hier angeboten werden!

The Blue Eye

Ein kleines Naturwunder ist das sogenannte Blue Eye, wobei es sich um eine atemberaubend schöne Quelle handelt, die wirklich eiskalt ist. Dennoch lohnt es sich in das tiefe Gewässer zu springen und die Natur um sich zu genießen. Überall fliegen blaue Libellen herum und großblättrige Pflanzen umgeben das Ufer.
Die heißen Quellen von Permët und Canyon Langarica




Einer der faszinierendsten Orte unserer Reise war definitiv Permët mit seinen heißen Quellen. Am Beginn der großen Schlucht liegt ein gut besuchter eingefasster Pool mit warmen Quellwasser. Tiefer im Canyon gelegen befindet sich zudem ein viel schönerer und kleinerer Quellpool. Dieser riecht zwar mehr nach Schwefel, dafür leuchtet das Wasser in einem magischen Blau: Der perfekte Ort zum Babyschwimmen, da das Wasser eine ganz angenehme Temperatur hat.
Zu entdecken gibt es außerdem kleine Höhlen, eine alte Steinbrücke ohne Geländer sowie den Canyon. Dieser bietet sich perfekt für abenteuerliche Wanderungen an. Wir haben also Yaro in die Trage gesetzt, unsere Wasserschuhe angezogen und sind los in die angenehm schattige Schlucht spaziert. Dazu mussten wir immerwieder den Fluss durchqueren und über Steine klettern. Die Kinder fanden unsere kleine Expedition richtig cool! Das ging aber auch nur so gut, weil Nael mittlerweile relativ erfahren mit wandern, klettern und Wasser ist.
Nice to know…
Jo heißt auf Albanisch übrigens nein. Das ist für uns ein bisschen tricky, da jo auf luxemburgisch und auch im Trierer Dialekt ja bedeutet.

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