Mit dem Camper durch den Kosovo

Wir sind mit unserem Van in den Kosovo zurückgekehrt und verraten Euch, warum das kleine Balkanland unsere Herzen erobert hat und warum es unbedingt eine Reise wert ist.

Wir Ihr vielleicht schon gelesen habt, sind wir im Mai spontan und ungeplant im Kosovo gelandet. Da es uns dort so gut gefallen hatte und wir einige nette Kontakte mit Kosovo-Albanern knüpfen konnten, haben wir auf unserer Rückreise extra zwei Wochen eingeplant, um Land und Menschen noch besser kennen zu lernen.

Campen im Kosovo

Im Garten aka Campingplatz bei Tina und Sahit in Junik lässt es sich gut entspannen

Es macht besonders Spaß den Kosovo zu bereisen, weil er touristisch noch nicht so überlaufen ist, wie manch anderes europäisches Land. Obwohl sich im ganzen Land sehr viele Hotels, Hütten und Gasthäuser befinden, haben sich Campingplätze noch nicht durchgesetzt. Das hat uns natürlich nicht davon abgehalten den Kosovo mit dem Van zu bereisen! Die folgenden Möglichkeiten gibt es einen Stellplatz zu finden:

Wildcampen

Wildcampen ist im Kosovo nicht verboten, weshalb man sich einfach einen gemütlichen Spot zum Freistehen suchen kann. Weil es allerdings nicht immer so leicht war einen geeigneten Platz zu finden, haben wir uns bei den Locals durchgefragt.

Restaurantparkplätze

Schnell haben wir gemerkt, dass Restaurantparkplätze eine gute Alternative zum Freistehen darstellen. Sie bieten einen sicheren und meist sauberen Stellplatz, Zugang zu WiFi und anderen Annehmlichkeiten. Wir haben es außerdem geschätzt auf diese Weise mit den Locals in Kontakt zu kommen. Einige Restaurants und Attraktionen (wie die Bärenauffangsstation oder die Bistros bei den Mirusha Wasserfällen) bieten bereits an auf ihren Parkplätzen zu campen. Unserer Erfahrung nach lohnt es sich auf jeden Fall Gastrobetreiber vor Ort anzusprechen. Auf diese Weise haben wir auch eine Nacht bei einem Restaurant mit Forellenzucht verbracht. Unsere Kinder haben sich über den dazugehörigen Spielplatz gefreut und die Betreiberfamilie darüber, dass wir ihnen geholfen haben sie auf Park4night zu setzen. Hier hat unser Kleiner übrigens seine ersten Schritte gemacht!

Campingplätze

Campingplätze sind im Kosovo noch absolute Raritäten, aber es gibt sie! Auf einem der wenigen Campingplätzen sind wir gewesen und waren überwältigt von der Gastfreundschaft, die uns dort entgegengebracht wurde! Bei dem Campingplatz handelt es sich um das Gartengrundstück hinter dem Familienhaus von Tina und Sahit in dem historischen Städtchen Junik. Sie haben ihr Zuhause (d.h. auch ihr eigenes Badezimmer) für Camper geöffnet, um langfristig einen richtigen Campingplatz aufzubauen und dem Campingtourismus im Kosovo eine Tür zu öffnen!

Die Sicherheitslage im Kosovo

Ist es überhaupt sicher im Kosovo zu reisen? Gerade weil wir mit zwei kleinen Kindern unterwegs sind, spielt für uns die Reisesicherheit mittlerweile eine größere Rolle. Laut Auswärtigem Amt ist die Sicherheitslage im Kosovo grundsätzlich ruhig und stabil, abgesehen von einigen Gemeinden im Norden des Landes, wo die Lage noch als angespannt gilt. Der Kosovo gilt mittlerweile auch weitgehend als minenfrei, zur Sicherheit sollten befestigte Wege und Orte allerdings nicht verlassen werden. Davon abgesehen, würde ich mich auch auf Grund von Wildtieren, wie Schlangen, nicht durchs Unterholz schlagen wollen.

Zur Wahrung des Friedens und der nationalen Sicherheit ist außerdem die internationale KFOR-Truppe (Kosovo-Force) im Land präsent.

Da Serbien die Unabhängigkeit des Kosovos nicht anerkennt, ist es für Reisende nicht möglich vom Kosovo aus nach Serbien weiterzureisen.

Während unserer Reise haben wir uns nie unsicher gefühlt- im Gegenteil: Alle Menschen, denen wir begegnet sind -unabhängig ihrer ethnischen Zugehörigkeit-, haben uns willkommen geheißen und uns ihre Gastfreundlichkeit spüren lassen.

Die Vidasus Destillerie: Von Mythen, Kunst und Spirituosen

Unweit von Gjakova in einem kleinen Dorf namens Nivokaz befindet sich die Vidazus Destillerie. Dies ist der Ort an dem die einzigartigen Spirituosen hergestellt werden, welche wir in Brikenas Laden Syrrush in Prizren kennen gelernt haben. Wir wollten mehr über die lokalen alkoholischen Köstlichkeiten erfahren und wurden freundlicherweise von Meister-Destillateur und Eigentümer Ali empfangen.

Er erklärte uns, dass seine Spirituosen aus regionalen sowie pestizidfreien Zutaten erzeugt werden. Kräuter und Beeren für den Gin werden beispielsweise aus den Verwunschenen Bergen bezogen. Und Brikenas Weintrauben (ein Familienvermächtnis) werden für den Syrrush-Raki verwendet.Hergestellt werden in seiner Brennerei Raki, Vodka, Gin sowie diverse Liköre. Wir finden es besonders spannend, wie die lokalen hochprozentigen Spezialitäten hier neu interpretiert werden.

Der Haselnusslikör ist beispielsweise mit Veilchen aromatisiert und der hauseigene Vodka spielt mit seinem Namen Vodkulla auf die landestypischen steinernen Hausfestungen (Kulla genannt) an. Die Verwobenheit mit kulturspezifischen Elementen und Legenden findet sich auch in den kunstvoll gestalteten Flaschendesigns wieder!

Interessant zu wissen: Die Brennerei ist nach dem illyrischen Gott Vidasus benannt. In der illyrischen Mythologie stellt er die Gottheit des Waldes und der Natur dar. Die Illyrer gelten als Vorfahren der Albaner und sind somit das Pendant zu unseren Kelten und Germanen.

Prost auf kosovo-albanisch? Brohoritje!

Bärenauffangstation Prishtina

In den Wäldern des Kosovos gibt es noch Bären. Es ist jedoch ziemlich unwahrscheinlich ihnen in der Natur zu begegnen. Wer dennoch eine artgerechte Möglichkeit sucht auf die großen Waldbewohner zu treffen, der wird unweit der Hauptstadt Prishtina fündig. Hier befindet sich eine von der Tierschutzorganisation Four Paws gegründete Bärenauffangsstation. Das geräumige Gelände bietet zwanzig Bären ein zuhause, welche in der Vergangenheit misshandelt bzw. illegal gehalten wurden und daher nich mehr ausgewildert werden können. Das Besondere an dieser Auffangstation: Sie ist als modernes Umweltbildungscenter konzipiert, so dass Kinder (aber auch Erwachsene) explorativ während dem Rundgang um die Gehege einiges über das kosovarische Wildtierleben erfahren können. Spielplätze und ein vegan-vegetarisches Restaurant runden das Erlebnis ab. Bei einem Eintritt von 2 € für Erwachsene kann man sich auf jeden Fall noch ein schönes selbstgemachtes Andenken im künstlerischen Souvenirladen leisten! Da ich immer wieder auf der Suche nach Zooalternativen bin, habe ich mich sehr darüber gefreut dieses Projekt kennen zu lernen.

Vegetarische Spezialitäten im Kosovo

Was für mich vor über zehn Jahren beim Reisen noch zum Problem wurde, macht mir heute zum Glück keine Sorgen mehr: Mittlerweile lassen sich so gut wie auf jeder Speisekarte auch vegetarische Gerichte finden. Richtig zufrieden bin ich allerdings erst, wenn es lokale vegetarische Spezialitäten gibt! Der Kosovo hatte mich schon mit Burek (wahlweise gefüllt mit Spinat, Joghurt oder Käse), Salat (kein Salat ohne Feta!) und Tarator (die kosovarische Version von Tsatsiki). Aber so richtig vom Hocker gehauen hat mich das traditionelle Gericht Fli, welches aus unzähligen Teig- und Sahneschichten mühevoll in einer Metallform über dem Feuer gebacken wird.

Wir hatten das Glück zu einem Fli-Essen eingeladen zu werden und konnten erleben wie das Gourmet-Kunstwerk Schicht um Schicht über fast drei Stunden wuchs. Serviert wurde das fertige und übrigens sehr sättigende Fli mit Schmand, Tomaten und Frühlingszwiebeln.

Fast ebenso begeistert waren wir, als wir in der Altstadt von Prizren zufällig ein vegan-vegetarisches Restaurant fanden. Im Noja Kuzhine gibt es neben Falaffeln und Linsenwraps auch traditionelle Nudelgerichte. Eine Tagessuppe bekommt man dort sogar schon ab 1,50 €.

Klettern und Klippenspringen bei den Mirusha Wasserfällen

Neben den verwunschenen Bergen sind die im Westen des Kosovos gelegenen Mirusha Wasserfälle das Naturhighlight. Der Fluss Mirusha bildet hier auf unterschiedlichen Ebenen mehrere Wasserfälle. Diese können durch einen Klettersteig erkundet werden. Am untersten Wasserfall befindet sich außerdem ein winziger See, in welchen man von einer Ebene höher hineinspringen kann. Die netten jungen Männer von den Bistros, welche sich direkt an dem See befinden, haben uns außerdem angeboten ein bisschen mit ihrem Boot herum zu paddeln.

Die verwunschenen Berge: Outdooraction in der Rugova-Schlucht

Wer meinen Albanien Artikel über die verwunschenen Berge gelesen hat, weiß bereits wie begeistert wir von dem alpinen Gebirgszug waren, welcher sich über Albanien, Montenegro und den Kosovo zieht. Da wir bisher nur die albanische Seite gesehen hatten, wollten wir uns auf jeden Fall nicht den kosovarischen Teil entgehen lassen.

Von der kulturreichen Stadt Peja aus, erreicht man die malerische Rugova-Schlucht, durch welche der wilde Bergfluss Lumbardhi i Pejes fließt. Peja ist übrigens ein guter Startpunkt, um die legendäre Peaks of the Balkan- Wandertour zu beginnen. Wir haben einige Wanderer getroffen, die ambitioniert eine nach der anderen Bergspitze der Westbalkanregion am erklimmen waren und von ihren Abenteuern in abgelegenen Bergdörfern berichteten. Diese besondere Wandertour bringt auf der einen Seite die Länder näher zusammen und bietet Wandertouristen die Möglichkeit neben wilder Natur auch die Gastfreundschaft der einheimischen Menschen kennenzulernen. Diesesmal haben wir die Gegend nur mit unserem Camper erkundet aber wenn die Kinder größer sind steht die Peaks of the Balkans-Tour auf jeden Fall auf unserer Reiseliste!

Was sonst so außer Wandern in der Rugova-Schlucht so geht? Ziplining, Mountainbiking und Klettersteige laden zu spannenden Outdooraktivitäten ein. Ansonsten ist die Fahrt mit dem Van auf der Straße entlang des Flusses schon ein eigenes Abenteuer für sich! Sehr nett sind übrigens auch die kleinen Berghütten, die an Österreich oder die Schweiz erinnern.

UNESCO-Welterbe: Kunstvolle Klöster im Hochsicherheitsgebiet

Um eines der prächtigsten Weltkulturerbe-Denkmäler im Kosovo zu besuchen -das Decani Kloster- muss man ersteinmal einen militärischen Checkpoint der KFOR passieren. Ehrlich gesagt haben wir recht unvorbereitet dort einen Stopp eingelegt und waren dementsprechend überrascht, wie krass die von einer massiven Mauer umgebene Klosteranlage überwacht wird. Es wurde unser Kennzeichen notiert und beim Einlass mussten wir unsere Pässe sowie Rucksäcke abgeben. Selbst in der Anlage waren Einsatzkräfte unterwegs. Die wirklich netten KFOR-Soldaten erklärten uns, dass es zu ihrer Mission gehört das kulturelle Erbe des Landes zu schützen. Als wir das Kloster mit der mittelalterlichen orthodoxen Kirche betraten fügte sich schnell das Bild zusammen: Das Kloster wird von serbischen Mönchen bewohnt. Das kann und will ich an dieser Stelle nicht bewerten aber ich möchte Euch dennoch kurz von diesem sonderbaren Besuch berichten:

Wir betraten die aus dem 14. Jahrhundert stammende Kirche, welche auf den Überresten einer illyrischen Kirche errichtet wurde. Die Kirche war voller Fresken und Ikonen, es roch nach Weihrauch und Kerzen erhellten das etwas düstere Gebäude. Ich bin absolut nicht gläubig aber in diesem Moment überkam mich unerwartet eine nicht zuzuordnende Ergriffenheit: Ich war total geflasht von der Atmosphäre oder Aura des Ortes!

Später erzählte mir ein Mönch, dass die Kirche über Jahrhunderte hinweg als Refugium für Menschen unterschiedlicher Ethnien diente und unglaublicherweise die Kriege überdauerte.

Als wir durch die alten Mauern liefen, bedacht darauf uns besonders leise zu verhalten, war unser Kleiner damit beschäftigt den Hall der Kirche zu studieren, während der Dreijährige ausprobieren wollte, ob man hier vielleicht besonders gut auf einem Bein hüpfen könnte. In diesem Moment kam ein Mönch auf uns zu und ich erwartete von ihm zurechtgewiesen zu werden. Der Mann begrüßte uns hingegen meiner Erwartungen sehr freundlich, schenkte Nael einen Schokoladenriegel und jedem Kind eine Bienenwachskerze. Er erklärte und zeigte uns einiges in der Kirche und lud uns im Anschluss auf die private Veranda des Klosters zu Getränken und hausgemachtem Blätterteiggebäck ein.

Wunderschön anzusehen ist außerdem die reichlich verzierte Kirchenanlage des Klosters in Peja

Erstmal einen Kaffee: Die kosovarische Kaffeekultur

Der Kosovo hat zu unserer Freude eine ausgiebige Kaffekultur! An jeder Ecke gibt es ein Café und während unserer Reise werden wir immer wieder auf einen guten Kaffee eingeladen. Aber Achtung: Unter Kaffee versteht man hier einen Espresso! Wer einen Milchkaffee möchte, sollte daher besser einen Latte Macchiato bestellen. Uns wurde außerdem erklärt, dass man Angelegenheiten in einem Café bespricht und wenn man dort zu keinem Ergebnis kommt? Dann geht man eben ins nächste Café!

Unsere Bekanntschaft Alwian hat in seinem Heimatdorf ein stylisches Café eröffnet und hat für mich den besten Latte Macchiato im ganzen Land zubereitet. Im Anschluss lud er uns zum Abendessen bei seiner Familie zuhause ein.

Was bisher geschah… Ein kulturhistorischer Rückblick

An dieser Stelle entsteht eine kurze kulturhistorische Übersicht…. sobald sich meine Kinder mal dazu entschließen mehr zu schlafen und ich Zeit zum Recherchieren und Schreiben finde. Reinschauen lohnt sich also!

Die haben schon so einiges miterlebt: Verzierte Holzkisten vor dem Museum in Prizren
Detailreiche Handarbeit: Traditionelle Kleider werden aufwendig gefertigt und werden auch heute noch zu Hochzeiten getragen. Die Modelle sind regional unterschiedlich. Dieses Schmuckstück hat Tinas Mutter genäht.
Moderne Kunstwerke für die Haut und hippe Haarschnitte gibt es im Barber/Tattoo-Studio „Next“ in Decan.

Vielen Dank an Brikena, Ali, Sahit, Tina, Tinas Mama, Alwian, Taulant und all die anderen tollen Menschen, die unsere Kosovoreise zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben!

Mit dem Van durch Albanien: Von Stränden, Schluchten und Quellen

Unbebaute Buchten wie aus dem Bilderbuch sind in Europa selten noch zu finden. Erfahrt in diesem Artikel, welche atemberaubende Strände wir im Süden Albaniens entdeckt haben und welche Orte uns in ihren Bann gezogen haben.

Wir sind auf unserer Reise in Albanien hängengeblieben! Einen Monat haben wir in dem vielseitigen Balkanland verbracht und das hat (wie ihr gleich erfahren werdet) so seine Gründe.

Porto Novo und Vlora

Ab der Hafenstadt Vlora beginnen die schönsten Küstenabschnitte Albaniens, so heißt es. Also sind wir über Tirana und Apollonia nach Porto Novo gefahren- einem naturbelassenen Strandabschnitt etwas oberhalb der Stadt. Diesen Geheimtipp haben wir einem befreundeten Paar zu verdanken, welches auf dem Weg in den Iran dort vorbeigekommen ist.

Die Bucht ist der perfekte Campingspot für uns gewesen: Freistehen auf einer Wiese direkt vor dem Sandstrand, ganz seichtes Wasser für die Kinder zum planschen und jeden Tag kamen Ziegen und Kühe mit ihren Hirten zum Weiden vorbei. Das ist uns übrigens überall in Albanien begegnet, ständig hatten wir grasende Tiere um den Van stehen. Wir haben es geliebt!

Was der schönen Beachlife-Idylle allerdings einen kleinen Abbruch getan hat, ist ein großes wiederkehrendes Problem: Plastikmüll überall soweit das Auge reicht! Da konnte auch eine Müllsammelaktion von uns und später auch von anderen Campern leider nicht wirklich großartig etwas verändern.

Gjipe Beach

Albanien ist ein Land im Wandel. Überall wird gebaut und es wird enorm an der Modernisierung der Infrastruktur gearbeitet. Unterwegs ist es uns daher des öfteren passiert, dass zum Freistehen empfohlene Plätze plötzlich bebaut waren oder die Straßenführung im Abgleich mit dem Navi nicht mehr stimmte. Dieses Herumirren kann mit zwei kleinen Kindern unterwegs eine Nervenzerreißprobe sein, oder eben einfach ein Abenteuer!

Auf der Suche nach einem Schlafplatz gelangten wir zu einem Parkplatz, welcher oberhalb von Gjipe Beach gelegen war. Weil wir dort übernachteten, konnten wir am nächsten Morgen den steinigen Weg bergab wandern, welcher zu einer beeindruckenden Bucht führte. Uns erinnerte der von Felsen umgegbene Strand an „the beach“ (ihr wisst schon, dieser Film mit Leonardo DiCaprio). Da wir vor vielen Jahren schonmal in Thailand an dem Drehort waren, wissen wir wovon wir sprechen.

Wirklich spektakulär ist, dass direkt hinter dem Strand eine Schlucht liegt, die man auch gut bewandern kann. Für uns war allerdings der Rückweg bergauf Odyssee genug. Es ist wirklich nicht empfehlenswert während der Mittagshitze dort entlang zu spazieren.

Gjiri Akuariumit

Eine viel kleinere Bucht, welche aber mindestens genau so schön ist, befindet sich etwas versteckt bei Jale. An dem sogenannten Aquariumstrand lässt es sich hervorragend schnorcheln.

Wir lernten dort ein kosovarisches Paar kennen, welches sich spontan eine Matratze für den Kastenwagen kaufte, um dort mit uns zu campen.

Buneci Beach

Ursprünglich wollten wir an dem etwas gewöhnungsbedürftigen Strand auf dem Weg nach Himarë nur einen Übernachtungsstop einlegen. Als wir an diesen eher wilderen Strandabschnitt gelangten, lief gerade eine Herde verwildeter Pferde auf dem Areal herum. Als wir uns den Tieren vorsichtig näherten, machte das Leitpferd sofort klar, dass wir uns von der Herde fernhalten sollten.

Wir blieben also begeisterte Beobachter aus der Ferne und suchten uns einen Stellplatz zwischen den zahlreichen anderen Vans. Weil die Sonne mittlerweile unerbitterlich von morgens bis abends am brennen ist -und wir natürlich noch keine Markise besitzen- musste leider Naels Bettdeckenbezug als Sonnensegel umfunktioniert werden. Not macht erfinderisch!

Und unter diesen Voraussetzungen sind wir einfach spontan ein paar Tage länger an diesem ruhigen Fleck Erde geblieben.

Ksamil

Ksamil ist das albanische Urlaubsparadies. Der Ort hat mehrere kleine türkisfarbene Buchten mit richtig vielen coolen Strandbars. Da wollten wir natürlich hinfahren! Der Plan war eigentlich, dass wir uns dort zur Abwechslung mal für ein paar Tage eine Unterkunft mieten, da Zimmer schon ab 14 € angeboten werden. Allerdings kamen wir an einem Olivenbaumhain vorbei, welcher direkt vor einer Bucht lag und geradezu zum Campen einlud.

Der nette Barbetreiber von Gegenüber (der uns noch so manches Getränk spendierte) gab uns sein Okay und schon richteten wir uns zwischen den Olivenbäumen ein. Er erklärte uns, dass die Saison erst ab Juni beginnt und da wir drei Tage vor Saisonstart ankamen, durften wir kostenlos auf dem ansonsten gebührenpflichtigen Platz stehen.

In Ksamil gibt es sowohl weiße Kieselstein-Buchten (eine schöne zum schnorcheln geeignete Bucht liegt bei der Sea Breeze Seaside Bar), sowie sandige Strandabschnitte. Weil unsere Kinder am liebsten mit Sand spielen und wir für sie seichtes Wasser bevorzugen, haben wir uns am Lori Beach zwei Liegen mit einem Sonnenschirm gegönnt. Das war dann so ein richtiger Urlaubsmoment!

Ansonsten besteht die kleine Stadt hauptsächlich aus Hotels, Bistros, Supermärkten und Strandshops. Um anständig einzukaufen, muss man schon in die benachbarte Stadt Saranda fahren. Da gibt es sogar einen Rossmann! Ansonsten sind europäische Ketten übrigens kaum in Albanien zu finden. Es ist auch ein Ding der Unmöglichkeit an Campingbedarf zu gelangen (wir suchen bis heute noch nach einem Sonnensegel).

Immerhin muss in Ksamil -ach was, in ganz Albanien- kein Reisender verhungern! Wirklich an jeder Ecke gibt es irgendeine Delikatesse zu probieren! Die besten Bureks in ganz Ksamil haben wir übrigens der Bäckerei (auf albanisch Furre Buke) Prizreni gefunden. Die Bureks, die ihr vielleicht von zuhause als Böreks kennt, sind nichts im Vergleich zu den Meisterstücken, die hier angeboten werden!

Stilvoll Bureks zu einem Kaffee genießen in der Bakery & Pastry Memaj

The Blue Eye

Ein kleines Naturwunder ist das sogenannte Blue Eye, wobei es sich um eine atemberaubend schöne Quelle handelt, die wirklich eiskalt ist. Dennoch lohnt es sich in das tiefe Gewässer zu springen und die Natur um sich zu genießen. Überall fliegen blaue Libellen herum und großblättrige Pflanzen umgeben das Ufer.

Die heißen Quellen von Permët und Canyon Langarica

Einer der faszinierendsten Orte unserer Reise war definitiv Permët mit seinen heißen Quellen. Am Beginn der großen Schlucht liegt ein gut besuchter eingefasster Pool mit warmen Quellwasser. Tiefer im Canyon gelegen befindet sich zudem ein viel schönerer und kleinerer Quellpool. Dieser riecht zwar mehr nach Schwefel, dafür leuchtet das Wasser in einem magischen Blau: Der perfekte Ort zum Babyschwimmen, da das Wasser eine ganz angenehme Temperatur hat.

Zu entdecken gibt es außerdem kleine Höhlen, eine alte Steinbrücke ohne Geländer sowie den Canyon. Dieser bietet sich perfekt für abenteuerliche Wanderungen an. Wir haben also Yaro in die Trage gesetzt, unsere Wasserschuhe angezogen und sind los in die angenehm schattige Schlucht spaziert. Dazu mussten wir immerwieder den Fluss durchqueren und über Steine klettern. Die Kinder fanden unsere kleine Expedition richtig cool! Das ging aber auch nur so gut, weil Nael mittlerweile relativ erfahren mit wandern, klettern und Wasser ist.

Nice to know…

Jo heißt auf Albanisch übrigens nein. Das ist für uns ein bisschen tricky, da jo auf luxemburgisch und auch im Trierer Dialekt ja bedeutet.

Mit dem Van durch Albanien: Epische historische Stätten

Albanien hat nicht nur eine atemberaubende Naturlandschaft zu bieten, sondern besitzt auch ein einzigartiges kulturelles Erbe.

Auf dem Weg in den Süden Albaniens, wo uns traumhafte Strände erwarteten, kamen wir an der ein oder anderen beeindruckenden UNESCO Welterbestätte vorbei. Da kann ich als Ethnologin und kulturinteressierte Person natürlich keinen Bogen drum machen, egal wie heiß die Temperaturen sind oder die Kiddies gerade gelaunt sind.

Weltkulturerbe & Nationalpark Butrint

Blick auf eine frühchristliche Basilika aus dem 6. Jahrhundert

Die antike Ruinenstadt Butrint ist mein persönliches Albanien-Highlight! Die Stätte liegt praktischerweise direkt neben dem Strandparadies Ksamil und konnte damit super in unsere Reiseroute integriert werden.

Butrint zeichnet sich dadurch aus, dass es die verschiedenen Baustile der mediterranen Geschichte in einer archälogischen Anlage vereint. Das bedeutet, dass dort neben prähistorischen Funden, altgriechische, römische, byzantinische, venezianische sowie osmanische Ruinen besichtigt werden können. Einige Elemente der Stätte sind noch sehr gut erhalten und wir waren beeindruckt, wie gut an manchen Stellen Mosaike die Jahrtsusende überdauert haben.

Unter dem Schotter der Basilika ist wohl noch so einiges verborgen

Was uns allerdings besonders an diesem Ort fasziniert hat, war das Zusammenspiel zwischen Natur und Ruinenstätte. Die einzelnen Gebäude sind nämlich von gigantischen Bäumen und Pflanzen umgeben, so dass wir das Gefühl hatten durch eine Ruinenstätte im Dschungel zu spazieren. Dazu kam, dass sich in einigen Bauten Wasser angesammelt hatte, in welchem Wasserschildkröten leben – sehr zur Freude der Kinder. Die Anlage liegt außerdem in einem Marschland und ist deshalb rundherum von Wasser umgeben. Laut UNESCO liegt der Outstanding Universal Value (also die Einzigartigkeit) der Stätte in der speziellen Atmosphäre, welche sich aus der Kombination aus Archäologie, Monumenten und Natur ergibt.

Der Legende nach wurde Butrint nach dem Untergang Trojas von tojanischen Verbannten gegründet. Archäologen gehen allerdings davon aus, dass Butrint durch Siedlungen um 1200 v.Chr. entstand und 800 v.Chr als griechische Kollonie zu einer Stadt wurde.

Antike Kultstätte aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. zur Verehrung von Asklepios, dem griechischen Gott der Heilung. Hier wurden Rituale durchgeführt, um durch Visionen Heilungswege zu finden.

Damit wir früh morgens vor dem Touristenandrang und der Mittagssonne in die Anlage kommen konnten, haben wir es uns am Vorabend auf dem Parkplatz des Hotel Livia mit unserem Camper gemütlich gemacht- mit deren Erlaubnis natürlich. Der Hotelgarten, welcher sich direkt neben der Ausgrabungsstätte befindet, ist übrigens ein sehr schön gestalteter schattiger Ort, um bei einem kühlen Getränk den hohen Temperaturen zu entfliehen!

Venezianische Festungsanlage aus dem 14. und 16. Jahrhundert mit wunderschönem Garten

Apollonia

Das Bouleuterion diente einst als Sitz des Stadtrats

Apollonia war einst eine bedeutende antike Stadt, von welcher bisher nur ein kleiner Bruchteil ausgegraben wurde. Die im 7. Jahrhundert v.Chr. gegründete Stadt wurde nach dem griechischen Gott Apollon benannt und war ein wichtiges Handelszentrum, bis es durch ein Erdbeben seinen Zugang zum Meer verlor.

Heute kann man dort einige mehr oder weniger beeindruckende Ruinen der griechischen Antike bewundern, welche sich in einer Landschaft voller wunderschönen alten Olivenbäume befinden.

Es gibt so einige Motive an all den Kapitellen der Anlage zu entdecken

Es stellte sich bei unserem Besuch heraus, dass besonders das Bouleuterion als Hochzeits- Shootingplatz beliebt ist. Ebenso das dort befindliche mittelalterliche Kloster, welches aus antiken Überresten erbaut wurde und daher wirklich sehr pittoresk wirkt. Und schon wieder musste ich feststellen, dass mal wieder ein Trend völlig an mir vorbei gegangen ist: Nachdem wir bestimmt eine Stunde warten mussten, um ein Familienfoto vor der begehrten Säulenfassade zu ergattern, wurde uns von dem Brautpaar erklärt, dass die Hochzeit erst in zwei Monaten stattfinden wird. Das Shooting inklusive einer elegant gekleideten Gruppe an Brautjungfern wurde aber jetzt schon aufwendig inszeniert. Dafür machte deren Fotograf im Anschluss noch ein paar richtig professionelle Fotos von uns. Da hatte sich wenigstens das Warten gelohnt!

Die St. Mary-Kirche des Kloster-Abschnittes ist sowohl außen als auch innen mit mystischen Details ausgestattet

Weltkulturerbe Gjirokastra

Wer auf authentisches traditionelles Kunsthandwerk steht, der wird in der Altstadt von Gjirokastra fündig. Und das hat seinen Grund! Der historische Stadtkern im osmanischen Stil und die darin ansässigen Kunsthandwerkslädchen sind UNESCO Weltkulturerbe.

Von Teppichen über Schmuck bis Holzarbeiten: In Gjirokastra findet man noch einzigartige Handwerksstücke

Oberhalb der Stadt befindet sich zudem eine riesige Festung, welche traditionell als Kulisse für das albanische Folk Festival dient. Auf diese Weise kann das immaterielle kulturelle Erbe, wie lokale Musik und Tanz weiter gelebt werden.

Die Legende der Burg besagt, dass Prinzessin Argjiro sich im 15. Jahrhundert nicht vor den Osmanen ergeben wollte und daher mit ihrem Baby zu dem Rand der Burgmauern rannte. So stürzte sie mit ihrem Kind in die Tiefe hinab, wobei nur das Baby überlebte. An der Stelle, wo sie hinunter gestürzt war, floss nun Milch hinunter, so dass das Baby weiter genährt werden konnte.

Ausgerechnet an besagter Stelle habe ich passenderweise Yaro gestillt und danach die Infotafel über die Argjiro-Legende gelesen.

Ich musste bei dieser Legende an den Mythos der Burg Rozafa denken. Du kennst diesen noch nicht? Dann musst Du unbedingt meinen Artikel über Albanien und die verwunschenen Berge lesen!

Werden wir das Reisetief überwinden?

Auf Reise zu sein bedeutet Höhen und Tiefen zu erleben. Bei uns ist momentan aber einfach nur der Wurm drin, so dass wir unsere Reisepläne ändern müssen. Werden wir jetzt alles hinschmeißen und unser kleines Familienabenteuer abbrechen?

Es war der Tag, an dem ich nachdenklich an einem absoluten Traumstrand in Ksamil lag. Über mir spendete ein karibisch anmutender Strohsonnenschirm angenehmen Schatten, während vor mir die Kinder fleißig im Sand buddelten und Yanko auf dem Weg in den Van war, um Kirschen zu holen. Klingt eigentlich alles ziemlich perfekt, oder?

Ich zerbrach mir allerdings gerade den Kopf über die extrem ansteigenden Temperaturen, die uns und vorallem dem Baby zu schaffen machten, als mein Handy klingelte.

Als Yanko mit den köstlichen dunkelroten Kirchen zurückkam, fand er mich in Tränen aufgelöst auf der Strandliege wieder: Ich hatte gerade erfahren, dass unsere Katze, welche wir schwerenherzens (wenn auch in guten Händen) zuhause zurückgelassen hatten, von zwei Füchsen attackiert und beinahe verschleppt worden war. Mit heftigen Bissverletzungen lag sie jetzt in der Tierklinik, während wir ca. 2000 km von ihr entfernt waren.

In diesem Moment hätte ich am liebsten alles hingeschmissen, um nachhause zu unserem fünften Familienmitglied zu fahren. Dann erinnerte ich mich wieder daran, dass wir mit zwei kleinen Kindern unterwegs sind und die Rückfahrt mit ihnen Tage dauern würde. Es zerreißt mir das Herz!

Unsere Reisepläne stehen unabhängig von unserer verletzten Katze sowieso auf der Kippe. Reisen bei 36 Grad und mehr macht mit kleinen Kindern und Camper keinen Spaß. Da kann selbst der schönste Strand nichts dran ändern. Wir haben uns also dazu entschieden die Pläne weiter Richtung Süden zu reisen auf Eis zu legen. Griechenland und Türkei hätten wir wirklich sehr gerne gesehen- aber nicht auf Kosten der Kinder.

Also sind wir jetzt erstmal Richtung Landesinnere gefahren (ja, wir sind immer noch in Albanien), haben ein klimatisiertes Zimmer auf einer Farm bezogen und überlegen jetzt wie es weiter gehen soll.

Mal abgesehen von unserer momentanen Lage hatten wir übrigens eine tolle Zeit in Albanien. Darüber erfahrt Ihr demnächst natürlich mehr!

Spontaner Abstecher in den Kosovo

Mit Kindern und Van in den Kosovo? Wir sind von Land und Menschen positiv überrascht und berichten Euch in diesem Artikel von unseren Lieblingsplätzen.

Der Kosovo stand bisher nie auf unserer Reiseliste, jedoch hatten wir das Glück beim Campen in Albanien auf eine Deutsch-Kosovarische Familie zu treffen, welche uns in die nur zwanzig Minuten entfernte Stadt Gjakova einlud. Da wurden wir natürlich neugierig und beschlossen unsere Reiseroute ein wenig zu ändern und einen Abstecher in den Kosovo zu machen.

„Wie sind eigentlich die Einreisebedingungen?“ fragte ich Yanko als wir in der Schlange zur Grenzkontrolle standen. Wir wussten es beide nicht und in diesen Momenten hat man natürlich nie WiFi in der Nähe! Als wir dann schließlich an die Reihe kamen wurden wir erstmal an den Seitenstreifen beordert. Es stellte sich heraus, dass wir zur Einreise eine gültige Versicherung benötigten und unsere den Kosovo natürlich nicht abdeckte. Auf sowas sind die Beamten dort aber eingestellt, so dass wir nach einer etwas längeren Wartezeit für 15 € (ja, die Währung im Kosovo ist der Euro) einen Versicherungsschutz abschließen konnten und schließlich die Grenze passieren durften.

„Was erwartet uns eigentlich im Kosovo?“ fragten wir uns auf der Weiterfahrt nach Gjakova. Ich überlege und komme zu der Feststellung, dass ich noch nie jemanden getroffen habe, der mir von seinem tollen Kosovourlaub erzählt hat. Dann bin halt nun ich diejenige, die Euch davon erzählt!

Gjakova: Von traditionellem Kunsthandwerk und Hipster-Bars

Szeneviertel in der Altstadt

Unsere Gastgeber trafen wir bei einer großen Openair-Bar in einer Parkanlage am Rande von Gjakova -einer Stadt im Südwesten des Kosovos-. Das Ambiente wirkte schon fast wie auf einem Festival. Sogar eine Gruppe Menschen hatte sich dort versammelt, um gemeinsam Musik zu machen und zu tanzen! Nebendran gibt es sogar Campingplätze in demselben Style!

Weiter ging es in die Altstadt von Gjakova, welche aus alten Holzhäusern besteht. Auf dem Weg dorthin legten wir noch einen kleinen Snackstopp in einer wunderbaren Bäckerei ein. Dort gab es allerlei Variationen an süßem Gebäck, größtenteils aus Blätterteig. Aber auch salzige lokale Spezialitäten, wie Fladenbrot und Sesamgebäck werden dort gefertigt. Taulant, der in Gjakova aufgewachsen ist, erklärte uns, dass man hier im Kosovo seinen Auflauf zum Bäcker bringen kann, damit er dort im Ofen gebacken werden kann. Das ist natürlich für Van-Reisende,wie wir es sind, eine praktische Angelegenheit. Immerhin kochen wir seit Wochen nur auf unserem Gaskocher!

Aber zurück zu der einzigartigen Altstadt, welche im 15. Jahrhundert entstanden ist: Im Zentrum befinden sich eine alte pittoreske Moschee und eine Taverne, welche wohl beide darauf bestehen, das älteste Gebäude der Stadt zu sein.

Blick in den Innenhof der Hadum-Moschee, welche im 16. Jahrhundert erbaut wurde
Wunderschöne Ornamente verzieren den Eingangsbereich der Moschee
Alte Gräber innerhalb der Anlage

Das Stadtbild war früher hauptsächlich durch traditionelle Kunsthandwerksläden geprägt, von denen nurnoch einige übrig sind. Besonders verzierte Holzarbeiten, wie Babywiegen, werden hier heute immer noch gefertigt. Schade, dass unser Küken schon aus dem Wiegenalter rausgewachsen ist!

Den Tag ließen wir gemütlich in einer alternativen Musikbar in der Gastro-Meile ausklingen. Dabei darf natürlich kein Raki fehlen (zumindest für diejenigen, die Alkohol trinken).

Abends durften wir in der super modernen Wohnung unserer neuen Freunde übernachten und bekamen von ihnen sogar noch ein kleines Wohnzimmerkonzert -Balkanmusik natürlich!

Tausend und eine Schildkröte am See Radoniqit

Der nächste Geheimtipp unserer Gastgeber: Chillen und baden am Stausee! Mittlerweile sind die Temperaturen fast auf 30 Grad angestiegen und wir bekommen jeden Tag mehr die erdrückende Wucht der Sonne zu spüren. Zum Glück brachte uns Taulant an einen idyllischen schattigen Platz am See. Auf dem Weg dahin kreuzten immer wieder Schildkröten unseren Weg. Für die Einheimischen war das wahrscheinlich nicht sonderlich spektakulär, für uns war das allerdings Safarifeeling pur! Das Schwimmen im See ist zwar anscheinend mittlerweile offiziell verboten aber wir sind natürlich trotzdem reingesprungen!

Prizren: Der kulturelle Hotspot des Kosovos

Nachdem wir uns von Taulant und seiner Familie verabschiedet hatten, machten wir uns nun alleine auf den Weg in die zweitgrößte Stadt im Kosovo. Prizren, wo historischer Stadtkern und stylische Hipsterläden miteinander verschmelzen, zog uns sofort in seinen Bann.

Das Hamam Gazi Mehmet Pascha aus dem 15. Jahrhundert

Über eine kleine alte Brücke schlenderten wir in die Altstadt, wo Moscheen und alte Kirchen das Stadtbild prägen. In den schnuckeligen Altstadthäuschen sind größtenteils sehr hübsche Cafés eingerichtet, so dass wir uns kaum entscheiden konnten, wo wir uns hinsetzen wollten. Sehr praktisch: große Bäume spenden Schatten, so dass man auch bei heißen Temperaturen entspannt draußen sitzen kann!

Nach dem Genuss eines guten Kaffees wurde ich von einem Schaufenster im Stadtkern ganz besonders angezogen: Einem Spirituosenladen! Der Traum einer stillenden Mama! Es war aber tatsächlich die künstlerische Gestaltung des frisch eröffneten Ladens, welche mir ins Auge viel. Wir wurden sehr freundlich empfangen und Yanko durfte den ein oder anderen Likör, Raki und Vodka probieren, welche alle lokal im Familienunternehmen produziert werden. Die individuellen Artworks der Flaschen sowie die Gestaltung des Geschäfts hat die Ladenbesitzerin selbst designt.

Ich persönlich finde, dass das Land einen jungen Spirit hat- aber das ist vielleicht auch nicht verwunderlich bei einem Altersdurchschnitt von ca. 30 Jahren. Wir sind richtig begeistert von der Atmosphäre, der Gastfreundschaft und der Kultur im Kosovo und wollen auf jeden Fall auf unserer Rückreise noch mal dorthin zurückkehren, um mehr von dem kleinen Balkanland zu sehen!

Mit dem Van durch Albanien: Die verwunschenen Berge

Unsere Erkundungstour beginnt im Norden des Landes. Unser Ziel: Die albanischen Alpen. Der Weg dorthin: Abenteuerlich!

Ausblick der Fähre auf die albanischen Alpen

Nach dem wir uns auf der Farm akklimatisiert hatten, wurde uns empfohlen in das Valbona-Tal zu fahren, welches sich tief in den Bergen befindet. Also warfen wir unsere Pläne zunächst an die Küste zu fahren über Bord und brachen auf in Richtung Nord-Osten. Ganz getreu nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ legten wir dabei ein paar nette Stopps ein.

Die Burganlage Rozafa bei Shkoder

Auf einer Anhöhe bei Shkoder befindet sich eine riesige Burganlage aus dem 4. Jahrhundert v.Chr. Der Legende nach ist die Burg nach einer Frau namens Rozafa benannt, welche als Opfergabe in die Festung miteingemauert wurde, damit die Mauern für die Ewigkeit halten. Sie bat nur darum, eine ihrer Brüste nicht miteinzumauern, um ihr Baby weiter stillen zu können. Nun ja, ob etwas an der Sage dran ist oder nicht: Die Reste der über 2000 Jahre alten Burg stehen auf jeden Fall immer noch!

Die Burganlage Rozafa umfasst drei Hof-Areale. Hier zu sehen sind die Reste der Burgkirche

Wie sich herausstellte ist die Burg nicht nur bei Touristen ein beliebtes Ausflugsziel, sondern ebenfalls bei albanischen Schulklassen. Sie fluteten die Anlage geradezu und immer wieder kamen Kinder zu Nael und Yaro, um ihnen Hallo zu sagen und sie zu streicheln. Der Kleine wurde geradezu mit Küsschen überhäuft- und fand es toll! Interessant fanden wir auch, dass die Burg mit lauter albanischer Partymusik beschallt wurde.

Eisbaden in der Drin

Der Weg in die Berge führte uns nach einigem Gekurve und Geholper an den wunderschönen Bergfluss Drin. Nachdem auf dieser abenteuerlichen Strecke auch noch unsere Schranktür aufflog und sich sämtlicher Schrankinhalt im Van verteilt hatte, legten wir eine Mittagspause an einem abgelegnen Drin-Ufer ein. Wir waren dort die einzigen Menschen weit und breit, so dass nur der Wind zu hören war.

Ein Gefühl von Freiheit: Picknick in der Einsamkeit

Bevor wir aber ins Wasser springen konnten, mussten die hungrigen Mäuler gestopft werden. Dabei dürfen natürlich keine lokalen Spezialitäten fehlen! Mit dabei hatten wir an diesem Tag einen interessant aussehenden lilafarbenen Käse. Weil er wirklich so speziell aussah, fragten wir uns, ob das so seine Richtigkeit hat und schauten uns die Verpackung genauer an. Darauf stand geschrieben: Kaçkavall. Ob es das nun besser macht? Der Käse war allerdings sehr lecker und intensiv. Später stellte sich heraus, dass Kaçkavall (Katschkawall ausgesprochen) das albanischen Wort für Käse ist.

Ein Genuss: Deftiger Käse mit Pfefferkörnern

Dann war ich natürlich noch in der Drin drin. Das Bergwasser war zwar zu kalt zum Schwimmen -und mit kalt meine ich eiskalt- aber für eine kurze Erfrischung inklusive After-Sauna-Gefühl war es perfekt. Die Kleinen haben sich auch nicht von der Wassertemperatur abschrecken lassen und haben ein bisschen mit ihren Füßen geplantscht. Am Ufer gab es ganz außergewöhnlich grün-türkiese Steine, mit denen dann noch ausgiebig gespielt wurde.

Mit der Fähre zum Valbona-Tal

Wir entschieden uns dazu die Fähre flussaufwärts zu nehmen, um in das besagte Valbona-Tal zu gelangen. Dazu fuhren wir in das winzige Dörfchen Koman, wo die Straße endete und ein rustikaler Tunnel zum Fährhafen führte. Dort stellte sich heraus, dass der Ticketpreis unser Budget völlig sprengte. Und das, obwohl Yanko noch etwas bei dem Preis verhandeln konnte. Der Chef spendierte immerhin noch eine Runde Getränke und nach dieser Holperpiste (laut Navi fast zwei Stunden für 16 km) dreht man dann auch nicht so einfach wieder um!

Am nächsten Morgen standen wir dank unserer biologischen Wecker* extra früh auf und fuhren mit ihnen für um 7 Uhr zum Fährableger. Und dort beobachteten wir zwei Stunden lang das Spektakel, wie vollgeladene Vans, Autos und Range Rover auf die Schiffe manövriert wurden. Und dann begann eines der absoluten Highlights unserer Reise:

Die Fahrt mit dieser Fähre ist nicht nur einfach eine Tour um von einem Ort zum anderen zu gelangen, nein, sie ist ein faszinierender Trip, um Albaniens wunderbare Schluchten zu sehen. Staunend standen wir die kompletten drei Stunden Fahrt an der Reling oder ganz vorne auf der Laderampe. Wir fuhren entlang gigantischer Felsen auf türkisfarbenem Wasser und ich erwartete jeden Moment die Statuen von Gondor (aus Herr der Ringe) zu sehen.

Für die Kinder war es auch ein aufregendes Ereignis. Nael durfte sogar zum Capitain ans Steuerrad und die Zwerge fanden es ziemlich lustig, wenn wir uns zwischendurch mal kurz in den Bus gesetzt haben.

Das Valbona-Tal und die verwunschenen Berge

Das Valbona-Tal ist nach dem Fluss Lumi Valbonës benannt, welcher mit glasklaren Wasser und der ein oder anderen Stromschnelle durch die Berglandschaft fließt. Aus diesem Grund ist er auch bei Kajakfahrern beliebt. In der Gegend gibt es nicht nur eine atemberaubende Natur zu bestaunen, sondern auch wunderschöne moderne Campingplätze und Restaurants. Zudem gibt es dort auch noch richtig tolle Möglichkeiten zum Freistehen.

Mal als Canyon, mal als flacher Bach: Der Lumi Valbonës

In Albanien ist Wildcampen erfreulicherweise erlaubt! Wir hatten einen traumhaften Fleck gefunden, wo man dem Kuckuck wunderbar hören konnte. Nael fragte mich, wo sich denn dieser Kuckuck versteckt. Als ich im erzählte, dass er sich in den Bäumen versteckt, fragte er mich, mit wem er denn dann da „Guckguck“ spielen würde. Es ist immer wieder spannend zu erleben, wie Kinder sich die Welt vorstellen. Morgens kam auch noch eine kleine Kuhherde mit Hirte zum Grasen auf unsere Wiese. Ich finde es immer wieder unglaublich entspannend den Kuhglocken zu zuhören.

Die App Park4night führt uns an so manchen traumhaften abgelegnen Platz zum Wildcampen

Die Gegend bietet sich auch sehr gut für größere und kleinere Wandertouren an. Ab dem Hotel-Restaurant/Campingplatz Rilindja kann man so beispielsweise eine kleine märchenhafte Wanderung zu einem Tümpel starten. Dort gibt es unter anderem Schlangen und Echsen zu beobachten. Und in dem Restaurant gibt es sehr guten Kaffee! Sehr praktisch für Reisende mit Kindern ist übrigens, dass so ziemlich jede Gaststätte hier einen Spielplatz besitzt!

Der Wanderpfad führte uns zu einem Häuschen aber wer wohnt darin? Die Blairwitch? Oder vielleicht die Baba Jaga?

Uns haben die albanischen Alpen auf jeden Fall in ihren Bann gezogen! Kein Wunder, dass sie von den Einheimischen die verwunschenen Berge genannt werden! Wir wären gerne länger geblieben aber leider zog eine Gewitterfront auf.

Wunderschöne Gebäude und Hütten aus Holz reihen sich im Valbona-Tal aneinander
Der Liqeni Xhemës ist ein glasklarer und kühler Tümpel, der praktischerweise am Wanderweg gelegen ist
Eine blauköpfige Echse versteckt sich am Wegesrand

Als wir weiter Richtung Bajram Curr fuhren und unseren Proviant aufstockten, bekamen wir doch tatsächlich zwei Flaschen Bier geschenkt und eine Hand voll Bonbons für Nael. Wir haben auf unserer Reise wirklich das Glück auf tolle Menschen zu treffen. Aber dazu im nächsten Artikel mehr!

*Anmerkung für Kinderlose: Hier sind die Kinder gemeint!

Bäume für Albanien

Gerade haben wir auf einer idyllischen Öko-sozialen Farm im Norden Albaniens gecampt. Wir wurden neugierig, was sich hinter der Idee verbirgt und haben viel Inspiration gefunden

Wir haben endlich Albanien erreicht und wurden erst einmal von vielen neuen Eindrücken überwältigt: Verkehrschaos, ein heftig verwahrloster Hund, der nicht von der Straße weichen wollte, slumartige ärmliche Viertel und Müll überall. Dazu brannte die Mittagssonne auf uns herab. Wir durchquerten die Stadt Shkodra auf der Suche nach einem Supermarkt und stellten dabei fest, dass wir uns erstmal für ein paar Tage akklimatisieren müssen.

Also haben wir uns auf einer kleinen Farm außerhalb des Stadttrubels zurückgezogen. Wir durften auf einem Paintball-Feld campen, welches auch als Schafs- und Eselsweide dient. Hier und da lief auch eine Schildkröte herum. Ansonsten gab es auf der Farm noch ein paar Gänse, Hunde, Katzen und abends funkelten überall Glühwürmchen.

Schäfchen zählen

Martin, der auf der Farm als Freiwilliger arbeitet, erklärte uns, dass die Organisation einen inklusiven Ansatz verfolgt -dabei geht es vorallem um die Wiedereingliederung von Menschen, welche auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben. Momentan arbeiten sie an einem Aufforstungsprojekt und wollen viele Tausende Bäume pflanzen, die hier auf der Farm kultiviert werden . Nebenbei wird auf der Farm außerdem in einem kleinen Garten Gemüse angebaut und es werden Gäste beherbergt. Auf diese Weise wird die Farm zu einem Ort des interkulturellen Austauschs.

Verschiedene heimische Baumarten werden liebevoll auf der Farm gehegt und gepflegt

Wir trafen hier auf einige interessante Reisende, welche mit dem Rad unterwegs waren und somit keinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Ich bewundere, welche Strecken sie bereits zurückgelegt haben und finde es schön zu sehen, dass es alternative grüne Möglichkeiten gibt weit zu reisen und dass diese auch genutzt werden. Leider käme so eine Fahrradtour für uns als Familie mit zwei kleinen Kindern momentan nicht in Frage… aber vielleicht wäre das etwas für die Zukunft.

Ich persönlich bin immer richtig begeistert, wenn ich auf Reisen neuen Input bekomme, welchen ich später für mich zuhause nutzen kann. Man könnte es als eine Art immaterielles Souvenir bezeichnen: Auf der Farm habe ich richtig schön angelegte Baumgilden gesehen, welche ich auf diese Art nächstes Jahr auch um die Bäume in meinem Garten zuhause pflanzen möchte. Baumgilden bestehen aus Kräutern und Pflanzen, welche sich positiv auf die entsprechende Baumart auswirken und ihn nicht in seinem Wachstum hemmen.

Am dritten Tag in Albanien fühlten wir uns wieder geerdet und konnten wieder Aufbrechen. Welche faszinierenden Seiten wir noch an Albanien entdeckt haben, könnt Ihr im nächsten Artikel lesen!

Unterwegs in Kroatien

Erfahrt in diesem Artikel warum Kroatien das perfekte Land zum Campen ist und warum Game of Thrones-Fans hier auf ihre Kosten kommen

Kroatien ist das erste Land auf unserer Camper-Reise, für welches wir etwas mehr Zeit eingeplant haben. Um so weiter wir in den Süden des Balkanlandes vordringen, umso angenehmer werden die Temperaturen. Das macht es natürlich auf der einen Seite leichter mit dem Campen und auf der anderen Seite finden wir so beste Bedingungen vor Kroatien zu entdecken.

Kitesurfingspot mit seichtem Gewässer in der Nähe von Ploce: Perfekt zum Planschen für kleine Kinder und entspannt zum freien Übernachten

Campingparadies an der Adria

Kroatien hat alles, was das Camperherz begehrt: eine schier unendliche Küstenlandschaft mit türkisfarbenem Ozean, Gebirgsketten, mediterrane Olivenhaine, faszinierende Nationalparks und epische Städte mit historischem kulturellen Erbe.

So ist es kein Wunder, dass sich hier ein Campingplatz an den anderen reiht. Stellplätze direkt am Meer im Schatten von Pinien und Kiefern gibt es hier tatsächlich wie Sand am Meer- auf Kroatien bezogen vielleicht eher, wie Kieselsteine am Meer! Dennoch wollten wir gerade für Yaros ersten Geburtstag nicht irgendeinen beliebigen Campingplatz auswählen, sondern wir wollten einen richtig schönen Ort finden, wo auch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. So kam es, dass wir in der Nähe von Murter auf einem wunderschönen Campingplatz gelandet sind, der unter anderem bei FKKlern wohl sehr beliebt ist. Neben ein paar nackten Rentnern waren aber auch genügend gekleidete Menschen – und zur Freude der Kinder auch Familien- anwesend.

Und dann war es endlich soweit, unser Baby wurde ein Jahr alt und somit offiziell zum Kleinkind! Obwohl der Große bemängelte, dass es ja an Gästen fehlen würde, ließ es sich der Kleine so richtig gut gehen! Geburtstagskrone, Girlande, Kuchen (zu meinem Bedauern nicht selbstgebacken) und Geschenke waren wohl zwar ganz nett aber den ganzen Tag am Strand mit Planschen zu verbringen hat das Geburtstagskind erst so richtig glücklich gemacht. Tatsächlich ist Yaro mittlerweile zu einer richtig kleinen Wasserratte geworden (nach langer anfänglicher Skepsis Wasser gegenüber). Während er auf Teneriffa noch durch die Weltgeschichte gekrabbelt ist, möchte der Herr nun nurnoch an der Hand laufen.

Stellplatz direkt am Meer auf besagtem Campingplatz

Übrigens haben wir an besagtem Campingplatz sehr viele Slowenen getroffen. Slowenien haben wir auf dem Weg nach Kroatien leider nur kurz passiert, allerdings möchte ich auf jeden Fall auf dem Rückweg ausgiebig Zeit für Slowenien einplanen, da es eines meiner absoluten Lieblingsländern ist. Warum erfahrt ihr dann zu gegebener Zeit.

Neben Campingplätzen lassen sich in Kroatien auch immer wieder sogenannte Auto-Camps finden. Diese Stellplätze sind zwar puristischer ausgestattet als Campingplätze, dafür aber auch dementsprechend günstiger. Alternativ übernachten wir auch auf dem ein oder anderen Parkplatz oder stehen hier und da auch mal frei in der Natur. Auch wenn letzteres zwar offiziell nicht gestattet ist, so bietet die kroatische Landschaft einige Möglichkeiten dazu inmitten atemberaubender Wildnis zu übernachten. Und das ist ja auch irgendwie der Traum eines jeden Van-Reisenden!

Auf diese Weise konnten wir schon einige Begegnungen mit Wildtieren machen. Bei der Übernachtung auf einem Berg konnten wir morgens beim Frühstück einen großen Hasen beobachten, der auf uns zugelaufen kam. An einem einsamen See konnten wir in der Abenddämmerung Wasserschlangen sehen und bei einem Spaziergang im Nationalpark sind die Jungs einer Schlange begegnet.

Die adrische Küste mit ihren Buchten und Felsen

Kroatiens grüne Nationalparks

Die Nationalparks Kroatiens sind übrigens wirklich atemberaubend. Auch wenn das Freistehen dort strengstens untersagt ist, so lohnt es sich definitiv in der Nähe zu übernachten und einige Wanderungen zu unternehmen. Ich bin immer wieder geflasht, dass nach stundenlanger Fahrt durch karge Geröll-und Buschlandschaft plötzlich aus dem Nichts grüne Seenlandschaftten mit paradiesischen Wasserfällen auftauchen.

Auf unserer letzten Kroatienreise vor einigen Jahren wurden wir schon in den Bann der Plitvicer Seen gezogen. Diesesmal lag der Nationalpark leider nicht ganz auf unserer Route, dafür haben allerdings einen Abstecher zum Krka-Nationalpark unternommen. Zufällig landeten wir dort am Maifeiertag und mussten feststellen, dass auch die Kroaten den 1.Mai wohl ausgiebig mit wandern und Pivo (kroatisch für Bier) zelebrieren. Wir ließen uns also mitreißen und spazierten entlang der terassenartigen Wasserfälle und bewunderten das glasklare Wasser. Dann bezwangen wir ganze 517 Stufen einen Berg hinauf zu einer prähistorischen Höhle (mit Kleinkind auf dem Rücken wirklich eine sportliche Leistung) und gönnten uns im Anschluss in der Gaststätte einer alten Mühle ein kühles Getränk – Balkanmusik inklusive. Das nächste Mal werde ich mir dort einen Kaffee gönnen für 12 Kuna, das entspricht etwa 1,60€.

Der Krka-Nationalpark in seiner vollen Pracht
Der Weg ist das Ziel: 517 Stufen führen hinauf zur Höhle

Nicht ganz so spektakulär aber dennoch sehr sehenswert und ruhig sind die Bacina-Seen sowie der Karinsko More-See.

Romantische Einsamkeit (abgesehen von dem Babygebrüll) an den Bacina-Seen

„You call it Kingslanding, we call it home“

Was wir uns außerdem auf keinen Fall entgehen lassen wollten waren die historisch bedeutenden Küstenstädte Split und Dubrovnik. Sagt Euch nichts? Vielleicht kennt Ihr die Festungen, Kathedralen, Stadtmauern und Parkanlagen der Städte ja als Kulisse von Game of Thrones. Dubrovnik war beispielsweise als Königsmund zu sehen. Da musste ich natürlich schmunzeln, als ich auf einer Mauer in der Altstadt Dubrovniks las: „You call it Kingslanding, we call it home“

Aussicht auf Dubrovnik

Tatsächlich besteht die Altstadt quasi nur aus epischen historischen Gebäuden und ist von einer Gewaltigen zwei Kilometer langen Stadtmauer umgeben, welche den ehemaligen Stadtstaat schützen sollte! Unzählige Treppen führen schmale Gassen hinauf und laden dazu ein das Herz der Stadt zu entdecken. Wir finden es großartig uns in der Stadt zu verlieren!

Tipp: Du hast nun auch Lust bekommen nach Dubrovnik zu reisen? Dann plane mehrere Tage ein, um die Stadt mit Ihren Denkmälern zu erkunden. Parke am besten weit außerhalb und fahre mit dem Bus zur Altstadt! Und falls Du mit einem Baby unterwegs sein solltest: lass den Buggy stehen und nimm besser die Trage!

Ein weiteres Highlight war für uns alle Split. Hier hat der reichlich verzierte antike Palast für die Kulisse von Meeren (Game of Thrones) hergehalten. Ich persönlich war aber besonders von dem Neptuntempel fasziniert. Dabei handelt es sich um einen kleinen Tempel, welcher aus hellen Steinen erbaut wurde. Um den Eingangsbereich ist dieser mit Ornamenten verziert und im Inneren befindet sich eine Neptunstatue.

Mother of Dragons (mit ihren kleinen immer hungrigen Drachen) in der Altstadt von Split

Auf dem Weg in den Süden Kroatiens mussten wir übrigens für wenige Kilometer Bosnien-Herzegowina durchqueren. Dabei kamen wir auch an dem Städtchen Neum vorbei, was aber gefühlt nur aus Hotels besteht. Wir denken, dass das Land bestimmt schönere Ecken vorzuweisen hat und haben uns daher nicht lange dort aufgehalten.

Bosnien und Herzegowina

Ganz am südlichen Ende Kroatiens verlassen wir nun die EU und reisen nach Montenegro weiter.

Was für ein Ausblick beim Abendessen! Ist es Rio? Nein, aber Montenegro!

On the road again: Highway to hell und Corona im Van

Nachdem die Vorbereitungen und Ausbauaktionen unseres Transits sich länger hinausgezögert hatten als geplant (was für eine Überraschung), sind wir seit Anfang April wieder unterwegs. Unser Weg führte Stückweise über Clermont-ferrand nach Südfrankreich. Während wir eigentlich an die erlebnisreiche, entspannte und warme Teneriffazeit anknüpfen wollten, schienen die Omem dieses Mal jedoch anders zu stehen. Wir fuhren konsequent Landstrecke und klapperten sämtliche Dörfer und Ortschaften Zentralfrankreichs ab. Um nach Clermont-ferrand zu gelangen, mussten wir schließlich erstmal die Rue l’Enfer (zu Deutsch: Straße der Hölle) durchqueren- Highway to hell singend versteht sich. Als ein Dorf weiter eine schwarze Katze unseren Weg kreuzte, hätten wir vielleicht mal aufmerksam werden sollen, aber wir sind ja nicht abergläubig.

Es stellt sich hier eigentlich nur eine Frage: Wer zur Hölle wohnt bitte in der Straße der Hölle?

Angekommen in der wirklich sehr schönen historischen Stadt Clermont-ferrand, die übrigens von einer hübschen Vulkanlandschaft gesäumt ist, fanden wir uns in einer tief schwarzen gotischen Kathedrale wieder – und zwar in der Kapelle der Apokalypse. Nael fragte mich hier im Flüsterton: „Mama, welche Tiere gibt es hier drin denn?“. Ich: „Wieso? Welche Tiere soll es denn bitte hier geben?“. Nael: „So Gespenster!“.

Gibt es hier Gespenster? Die apokalyptischen Reiter sind auf jeden Fall anwesend!

Aber zurück zur Apokalypse: Diese holte uns schneller ein, als uns lieb war. Nachdem wir nämlich unser erstes offizielles Reiseziel in der Nähe von Béziers erreicht hatten, bekam Yanko auf einmal aus dem Nichts heraus Fieber. Total ausgeknockt der Mann. Sowas passiert zumindest bei uns immer an Feiertagen, andenen nichts geöffnet hat. Also sind wir am Tag danach erstmal in die nächste Apotheke zum Covid-Test gefahren. Und natürlich, nach zwei Jahren Pandemie hat es uns dann auch mal erwischt. Weil ich zum Glück noch symptomfrei und negativ war, habe ich erstmal einen Großeinkauf gestartet, damit wir uns in unserem winzigen Van zu viert isolieren können. Und dann ging sie so richtig los, die Hölle. Beide Kinder fingen an zu Fiebern, während das Baby gleichzeitig natürlich auch noch am Zahnen war. Bei mir meldeten sich auch plötzlich sämtliche Symptome von sich abwechselndem Fieber und Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen der unerträglichsten Sorte und irgendwann auch besagter Husten. Als ob das nicht hart genug wäre, wollte der Säugling nurnoch säugen-ununterbrochen. Parallel zu unserem Coronaabenteuer regnete und gewitterte es Tage lang. Da wurde es wirklich so richtig eng im Camper, wenn man noch nicht mal mehr die Möglichkeit hat sich raus auf die Picknickdecke zu legen. Neben den Nerven, die bei uns allen allmählich blank lagen, entstand noch ein Problem: Wie duschen, wenn man keinen Campingplatz anfahren darf und es für die Outdoordusche zu kalt ist?

Genug Zeit in dem winzigen Van verbracht

Nach über einer Woche habe wir es aber geschafft und die unschöne Krankheit und auch Frankreich hinter uns gelassen. Innerhalb eines Tages haben wir Italien durchquert (eigentlich eine Schande), um nach Kroatien zu gelangen. Jetzt sieht die Welt wieder anders aus: Türkises Meer, Sonne, Freiheit und vorallem Gesundheit! Unser Plan wird sein erstmal ein bisschen in Kroatien zu verweilen und wieder zu Kräften und Motivation zu gelangen. Außerdem wird unser Jippelchen (luxburgisch für Küken) seinen ersten Geburtstag in Kroatien feiern. Über Montenegro und Albanien wollen wir es dann nach Griechenland und vielleicht sogar bis in die Türkei schaffen. Aber wir werden sehen. Planen ist die eine Sache und das Leben, was passiert, eine andere! In diesem Sinne: Verfolgt hier gerne weiter unsere Reise!

Erstmal wieder so richtig schön den Wind der Adria in den Haaren spüren

Wir haben unseren Platz gefunden: Öko-Camping in Teneriffas Norden

Wir sind seit ein paar Tagen auf einem ökologischen Campingplatz – einem Ort abseits von Massentourismus und Hektik.

Nach über zwanzig Tagen Teneriffa haben wir die Schattenseite der Insel kennen gelernt: Riesige, aneinandergereihte Hotelbauten, touristische Massenabfertigung und viel Trubel. Wir haben zwar lange hin und her überlegt, ob wir eine Unterkunft auf einem abgelegnen Campingplatz buchen sollen, letztendlich war es aber genau das, wonach wir uns gesehnt haben.

Der Campingplatz befindet sich bei dem unspektakulären Ort Tejina, im Nordosten Teneriffas und ist umgeben von verschiedensten Obst- und Gemüseplantagen. Auch der Campingplatz selber ist eine Drachenbaumplantage, in welcher Enten, Katzen und Pfaue wohnen.

Nice to know: Pfau heißt auf Luxemburgisch Pohunn. Eine treffende Bezeichnung, immerhin sind Pfaue ja auch nur Hühner mit einem besonders schönem Po!

Die Kinder finden es natürlich fantastisch, dass dort überall so viele Tiere rumlaufen. Ab und an kommt beim Abendessen auf der Terrasse auch mal ein Federtier vorbei und schnappt sich schnell, was die Kinder so fallen gelassen haben.

Auch ganz angenehm ist es endlich mal gleichgesinnte Reisende zu treffen, die ebenfalls mit Kind und Kegel unterwegs sind. Nael hat sich ganz selbstverständlich schon eine Spielgefährtin mit Van zugelegt und sich dort einquartiert. Er bereitet sich wohl schon mental auf unsere Vanreise vor. So schön das Spielen mit den anderen Kindern auch ist, irgendwann ziehen die Campingbusse weiter und der Abschied fällt Nael noch schwer.

Ganz in der Nähe: Das Anagagebirge

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