Mit dem Van durch Albanien: Die verwunschenen Berge

Unsere Erkundungstour beginnt im Norden des Landes. Unser Ziel: Die albanischen Alpen. Der Weg dorthin: Abenteuerlich!

Ausblick der Fähre auf die albanischen Alpen

Nach dem wir uns auf der Farm akklimatisiert hatten, wurde uns empfohlen in das Valbona-Tal zu fahren, welches sich tief in den Bergen befindet. Also warfen wir unsere Pläne zunächst an die Küste zu fahren über Bord und brachen auf in Richtung Nord-Osten. Ganz getreu nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ legten wir dabei ein paar nette Stopps ein.

Die Burganlage Rozafa bei Shkoder

Auf einer Anhöhe bei Shkoder befindet sich eine riesige Burganlage aus dem 4. Jahrhundert v.Chr. Der Legende nach ist die Burg nach einer Frau namens Rozafa benannt, welche als Opfergabe in die Festung miteingemauert wurde, damit die Mauern für die Ewigkeit halten. Sie bat nur darum, eine ihrer Brüste nicht miteinzumauern, um ihr Baby weiter stillen zu können. Nun ja, ob etwas an der Sage dran ist oder nicht: Die Reste der über 2000 Jahre alten Burg stehen auf jeden Fall immer noch!

Die Burganlage Rozafa umfasst drei Hof-Areale. Hier zu sehen sind die Reste der Burgkirche

Wie sich herausstellte ist die Burg nicht nur bei Touristen ein beliebtes Ausflugsziel, sondern ebenfalls bei albanischen Schulklassen. Sie fluteten die Anlage geradezu und immer wieder kamen Kinder zu Nael und Yaro, um ihnen Hallo zu sagen und sie zu streicheln. Der Kleine wurde geradezu mit Küsschen überhäuft- und fand es toll! Interessant fanden wir auch, dass die Burg mit lauter albanischer Partymusik beschallt wurde.

Eisbaden in der Drin

Der Weg in die Berge führte uns nach einigem Gekurve und Geholper an den wunderschönen Bergfluss Drin. Nachdem auf dieser abenteuerlichen Strecke auch noch unsere Schranktür aufflog und sich sämtlicher Schrankinhalt im Van verteilt hatte, legten wir eine Mittagspause an einem abgelegnen Drin-Ufer ein. Wir waren dort die einzigen Menschen weit und breit, so dass nur der Wind zu hören war.

Ein Gefühl von Freiheit: Picknick in der Einsamkeit

Bevor wir aber ins Wasser springen konnten, mussten die hungrigen Mäuler gestopft werden. Dabei dürfen natürlich keine lokalen Spezialitäten fehlen! Mit dabei hatten wir an diesem Tag einen interessant aussehenden lilafarbenen Käse. Weil er wirklich so speziell aussah, fragten wir uns, ob das so seine Richtigkeit hat und schauten uns die Verpackung genauer an. Darauf stand geschrieben: Kaçkavall. Ob es das nun besser macht? Der Käse war allerdings sehr lecker und intensiv. Später stellte sich heraus, dass Kaçkavall (Katschkawall ausgesprochen) das albanischen Wort für Käse ist.

Ein Genuss: Deftiger Käse mit Pfefferkörnern

Dann war ich natürlich noch in der Drin drin. Das Bergwasser war zwar zu kalt zum Schwimmen -und mit kalt meine ich eiskalt- aber für eine kurze Erfrischung inklusive After-Sauna-Gefühl war es perfekt. Die Kleinen haben sich auch nicht von der Wassertemperatur abschrecken lassen und haben ein bisschen mit ihren Füßen geplantscht. Am Ufer gab es ganz außergewöhnlich grün-türkiese Steine, mit denen dann noch ausgiebig gespielt wurde.

Mit der Fähre zum Valbona-Tal

Wir entschieden uns dazu die Fähre flussaufwärts zu nehmen, um in das besagte Valbona-Tal zu gelangen. Dazu fuhren wir in das winzige Dörfchen Koman, wo die Straße endete und ein rustikaler Tunnel zum Fährhafen führte. Dort stellte sich heraus, dass der Ticketpreis unser Budget völlig sprengte. Und das, obwohl Yanko noch etwas bei dem Preis verhandeln konnte. Der Chef spendierte immerhin noch eine Runde Getränke und nach dieser Holperpiste (laut Navi fast zwei Stunden für 16 km) dreht man dann auch nicht so einfach wieder um!

Am nächsten Morgen standen wir dank unserer biologischen Wecker* extra früh auf und fuhren mit ihnen für um 7 Uhr zum Fährableger. Und dort beobachteten wir zwei Stunden lang das Spektakel, wie vollgeladene Vans, Autos und Range Rover auf die Schiffe manövriert wurden. Und dann begann eines der absoluten Highlights unserer Reise:

Die Fahrt mit dieser Fähre ist nicht nur einfach eine Tour um von einem Ort zum anderen zu gelangen, nein, sie ist ein faszinierender Trip, um Albaniens wunderbare Schluchten zu sehen. Staunend standen wir die kompletten drei Stunden Fahrt an der Reling oder ganz vorne auf der Laderampe. Wir fuhren entlang gigantischer Felsen auf türkisfarbenem Wasser und ich erwartete jeden Moment die Statuen von Gondor (aus Herr der Ringe) zu sehen.

Für die Kinder war es auch ein aufregendes Ereignis. Nael durfte sogar zum Capitain ans Steuerrad und die Zwerge fanden es ziemlich lustig, wenn wir uns zwischendurch mal kurz in den Bus gesetzt haben.

Das Valbona-Tal und die verwunschenen Berge

Das Valbona-Tal ist nach dem Fluss Lumi Valbonës benannt, welcher mit glasklaren Wasser und der ein oder anderen Stromschnelle durch die Berglandschaft fließt. Aus diesem Grund ist er auch bei Kajakfahrern beliebt. In der Gegend gibt es nicht nur eine atemberaubende Natur zu bestaunen, sondern auch wunderschöne moderne Campingplätze und Restaurants. Zudem gibt es dort auch noch richtig tolle Möglichkeiten zum Freistehen.

Mal als Canyon, mal als flacher Bach: Der Lumi Valbonës

In Albanien ist Wildcampen erfreulicherweise erlaubt! Wir hatten einen traumhaften Fleck gefunden, wo man dem Kuckuck wunderbar hören konnte. Nael fragte mich, wo sich denn dieser Kuckuck versteckt. Als ich im erzählte, dass er sich in den Bäumen versteckt, fragte er mich, mit wem er denn dann da „Guckguck“ spielen würde. Es ist immer wieder spannend zu erleben, wie Kinder sich die Welt vorstellen. Morgens kam auch noch eine kleine Kuhherde mit Hirte zum Grasen auf unsere Wiese. Ich finde es immer wieder unglaublich entspannend den Kuhglocken zu zuhören.

Die App Park4night führt uns an so manchen traumhaften abgelegnen Platz zum Wildcampen

Die Gegend bietet sich auch sehr gut für größere und kleinere Wandertouren an. Ab dem Hotel-Restaurant/Campingplatz Rilindja kann man so beispielsweise eine kleine märchenhafte Wanderung zu einem Tümpel starten. Dort gibt es unter anderem Schlangen und Echsen zu beobachten. Und in dem Restaurant gibt es sehr guten Kaffee! Sehr praktisch für Reisende mit Kindern ist übrigens, dass so ziemlich jede Gaststätte hier einen Spielplatz besitzt!

Der Wanderpfad führte uns zu einem Häuschen aber wer wohnt darin? Die Blairwitch? Oder vielleicht die Baba Jaga?

Uns haben die albanischen Alpen auf jeden Fall in ihren Bann gezogen! Kein Wunder, dass sie von den Einheimischen die verwunschenen Berge genannt werden! Wir wären gerne länger geblieben aber leider zog eine Gewitterfront auf.

Wunderschöne Gebäude und Hütten aus Holz reihen sich im Valbona-Tal aneinander
Der Liqeni Xhemës ist ein glasklarer und kühler Tümpel, der praktischerweise am Wanderweg gelegen ist
Eine blauköpfige Echse versteckt sich am Wegesrand

Als wir weiter Richtung Bajram Curr fuhren und unseren Proviant aufstockten, bekamen wir doch tatsächlich zwei Flaschen Bier geschenkt und eine Hand voll Bonbons für Nael. Wir haben auf unserer Reise wirklich das Glück auf tolle Menschen zu treffen. Aber dazu im nächsten Artikel mehr!

*Anmerkung für Kinderlose: Hier sind die Kinder gemeint!

Mein Kind hat heimweh

Was kann man tun wenn das Kind während der Reise heimweh bekommt? Tipps und ein Erfahrungsbericht, was helfen kann.

Seit zwanzig Tagen reisen wir durch Teneriffa und obwohl unsere Kinder es genießen neues zu entdecken, ist unser Großer seit zwei Tagen unglaublich traurig und schlecht gelaunt. Selbst nachts zeigt er ein ungewöhnliches Verhalten indem er schlafwandelt. Was ist da los? Da er mit seinen dreieinhalb Jahren das Wort und wahrscheinlich auch das Gefühl von heimweh noch gar nicht kennt, musste ich erstmal mit ihm zusammen herausfinden, was überhaupt los ist. Schließlich fanden wir heraus: Er möchte nicht mehr hier sein, er will nachhause zu unserer Katze, zum Kindergarten, in unser Haus. Selbst bei der aufregenden Segelbootsfahrt mit Walen und Delphinen, die wir gestern gemacht haben, schaute er drein wie sieben Tage Regen und fragte mich, warum denn die Leute ihn alle immer anschauen würden. Tatsächlich versuchten die anderen Bootsfahrtteilnehmer ihn aufzumuntern und Späße mit ihm zu machen. Bei seinem Verhalten musste ich an das Kulturschockmodell nach Dubois und Oberg denken.

Kurzer Exkurs: Der Kulturschock

Während eines Auslandsaufenthalts durchlaufen wir mehrere Phasen. Zu Beginn befinden wir uns in der Honeymoonphase: Wir freuen uns riesig auf die Reise, kommen an und sehen erstmal alle positiven Dinge. Sonne, Meer, schöne Architektur, lächelnde Menschen. Darauf folgt eine mehr oder weniger ausgeprägte Krise, ausgelöst durch beispielsweise negative Erfahrungen, Eindrücke oder sprachliche und auch interkulturelle Missverständnisse. In Naels Fall gab es da auch ein Schlüsselereignis: Beim planschen im Pool ist er verbotenerweise vom Beckenrand gesprungen, woraufhin der Bademeister (zu Recht) etwas zu ihm gesagt hatte. Nur konnte Nael ihn sprachlich nicht verstehen und hat es sich wahrscheinlich schlimmer vorgestellt als es eigentlich war. Hinzu kommt, dass ständig zu ihm und dem Baby fremde Menschen kommen, sie berühren und etwas zu ihnen sagen, wie „Que bonito, lindo“. Da kommen bei so einem Kind bestimmt ganz schön viele Eindrücke zusammen, die auch mal irritierend sein können. Auf den Tiefpunkt des Kulturschocks folgt aber dann die Phase einer Erholung, indem wir uns mit den neuen kulturellen Umständen arrangieren und im Idealfall Elemente davon adaptieren. Das kann sehr bereichernd sein. Aber dazu müssen wir es erstmal schaffen aus dem Tief zu gelangen.

Wie wir als Eltern akut unterstützen können

  • Das Kind und seine Gefühle ernst nehmen und besonders viel Aufmerksamkeit und Liebe schenken
  • Dem Kind zuhören und ihm beim Artikulieren seiner Gefühle helfen
  • Manchmal hilft schon ein Videoanruf mit Großeltern oder Freunden aus der Heimat
  • Gemeinsam mit dem Kind überlegen, worauf man sich zuhause besonders freut und was man bis dahin auf der Reise noch sehen oder erleben möchte
  • Sich viel Zeit für Erklärungen nehmen: Warum laufen Dinge hier anders, wie verhalten sich die Menschen vor Ort und was ist die Intension dahinter?
  • Die Möglichkeit schaffen, dass das Kind anderen Kindern begegnen kann (Kinder sind meistens wahre Talente darin sich mit Händen und Füßen zu verständigen)
  • Trost spenden: Vielleicht hilft es ja schon ein bisschen das Lieblingsessen des Kindes zu kochen

Übrigens sind für Kinder Rituale und Routinen super wichtig. Sie bilden einen wichtigen Orientierungsrahmen für sie, der ihnen Sicherheit gibt. Von daher macht es gerade bei Reisen total Sinn Rituale von zuhause weiter zu pflegen. Tischsprüche, Abendroutinen und co verleihen dem Tag in einer fremden Umgebung Struktur und helfen übrigens auch gut sich an Zeitverschiebungen anzupassen.

Und meinem Sohn? Dem geht es heute schon wieder ein bisschen besser. Beim Abendessen fragte er: „Wie heißt nochmal Wasser auf spanisch?“ „Ja, genau Agua… das will ich!“

Elternzeit auf Teneriffa

Wir verbringen einen Monat unserer Elternzeit, die wir fürs Reisen mit unseren zwei Söhnen nutzen, auf der Atlantikinsel Teneriffa. Erfahrt hier, was wir auf den Kanaren erleben und wie das Leben dort aussieht.

Eine gute Freundin fragte mich kurz vor der Abreise, was wir denn auf so einer hässlichen Insel wie Teneriffa wollen würden. Sie wäre vor vielen Jahren mal dort gewesen und es wäre so karg und zugebaut gewesen. Hier nun meine Antwort darauf: Wir wollen Vulkane umwandern, in Naturgesteinpools schnorcheln, mit den Kindern gigantische Sandburgen aus Lavasand bauen, Drachen- und Feenbäume anschauen und Walen in ihrem natürlichen Lebensraum begegnen.

Von Süd nach Nord durch das Tenogebirge

Das Tenogebirge trennt den Norden vom Süden, wodurch zwei verschiedene Klimazonen entstehen. Der Süden ist sonnig und trocken, der Norden etwas kühler und grüner.

Unsere Reise startet im Süden Teneriffas, aus dem Grund, dass unsere Airline nur Teneriffa Süd anfliegt. Unser Ziel ist allerdings der Norden der Insel, wo sich auch ein Flughafen befindet. Da wir nun bis zu unserer ersten Unterkunft in Buenovista del Norte eine Fahrt von ca. anderthalb Stunden zurück legen müssen und neben den zwei kleinen Kindern auch einiges an Gepäck dabei haben, greifen wir auf einen Mietwagen zurück. Da kriegen wir auch gerade so den Buggy, die zwei Koffer (einer davon fast ausschließlich für Stoffwindeln), den Rucksack und das Kameraequipment unter. Wir haben mit dem Mietwagen im Vorhinein auch zwei Kindersitze geordert, wobei wir uns mit dem „Babysitz“ ein bisschen schwertun. Beim nächsten Mal würde ich definitiv die Babyschale mitnehmen. Die Dame von der Autovermietung erklärt zwar, dass die Polizei hier nicht so strikt kontrollieren würde, aber das ist ehrlich gesagt nicht der Grund, weshalb wir Kindersitze verwenden!

Sobald wir losgefahren sind, schlafen schon die Kinder und uns macht die Hitze zu schaffen. Wir müssen uns wohl erstmal akklimatisieren, immerhin kommen wir aus dem eisigen Deutschland bzw. Luxemburg. Die Zeitumstellung von einer Stunde macht uns da nicht so viel aus… das denken wir auf jeden Fall, bis uns die Kinder einen Strich durch die Rechnung machen. Die nächsten Tage werden sie schon zwischen 3:30 Uhr und 4:00 Uhr morgens aufwachen.

Als wir durch die karge und eher unschön bebaute Gegend des Südens fahren, muss ich an meine Freundin denken: Hatte sie wirklich Recht? Gigantische Hotelkomplexe, Bauruinen, ummauerte Bananenplantagen. Ist das alles? Nein, ist es nicht! Um in den Norden der Insel zu gelangen müssen wir durch das Tenogebirge fahren und es ist wunderschön! Wir machen mehrere Stops, um die Aussicht zu genießen, die frische Bergluft einzuatmen und um Kakteen und gigantische Agaven zu bewundern.

Nach langem kurvenreichem auf und ab erreichen wir schließlich das Örtchen Buenovista del Norte (schöner Ausblick des Nordens). Hier ist es tatsächlich üppiger als im Süden. Die Adresse unserer Unterkunft führt uns zwar immer wieder zu Bananenplantagen aber nach einem kurzen Telefonat auf gebrochenem Spanisch mit unseren Gastgebern finden wir schließlich das kleine orange-rote Häuschen, in dessen Einliegerwohnung wir für die nächsten Tage wohnen werden.

Hola chiquitito! Unsere typisch kanarische Unterkunft

Buenavista del Norte und raue Felsenstrände

Buenavista del Norte ist eine kleine verschlafene Stadt im Nordwesten Teneriffas mit einem sehr schönen Stadtkern. Hier ist der Massentourismus glücklicherweise noch nicht angekommen, obwohl es um den Ort herum viel zu entdecken gibt. Samstagvormittags gibt es auf der Plaza de los Remedios einen winzigen Wochenmarkt, wo wir uns endlich mit Bio-Obst und Gemüse eindecken können. Es ist nämlich ansonsten gar nicht so einfach an Bio- oder Vollkornwaren zu gelangen. Es gibt hier außerdem selbstgemachten Ziegenkäse- eine lokale Spezialität.

Playa de las Arenas, ein schöner Ort, um wilde Natur zu genießen

Die Umgebung von Buenavista erkunden wir durch kleine Wanderungen. Wer weiße Sandstrände sucht, ist hier falsch. Aber wer der Natur näher kommen möchte, so wie wir, der ist hier genau richtig. An unserem ersten Tag spazieren wir entlang der Playa de las Arenas. Es ist beeindruckend dort die Wellen anrollen und an den Felsen bersten zu sehen. Beide Kinder finden das super spannend aber Nael ist traurig, dass der Sandstrand nicht da ist, der eigentlich da sein sollte und er nicht baden kann. Nach einer kurzen Recherche finden wir heraus, dass der Playa de las Arenas nur im Sommer Sand innerhalb der Felsbucht hat. Im Herbst wird dieser wieder von den Fluten weggespült. Schade. Das macht aber nichts, denn über die Felsen führt ein schön ausgebauter kleiner Weg, gesäumt von Kakteen, Agaven und anderen schönen Pflanzen. Und Nael freut sich auch über die vielen Lavasteine, auf die er klettern kann.

Der Natursteinpool in Los Silos lädt zum Baden ein

An einem anderen Tag machen wir uns auf den Weg in den Nachbarort Los Silos. Dort gibt es einen steinigen Surferstrand, einen Naturpool und ein gigantisches echtes Walskelett.

Von Feen- und Drachenbäumen

Unser Großer, der mit seinen dreieinhalb Jahren ja immer noch recht klein ist, muss manchmal ein wenig zum wandern motiviert werden. Doch zum Glück hält Teneriffa magisch anmutende Natur bereit. Oberhalb gelegen im Naturpark Corona Forestal befinden sich märchenhafte Pinienwälder. Die kanarischen Pinien sind mit langen hinunterhängenden Flechten bewachsen, so dass sie wie Feenbäume aussehen. Mein Sohn schwört außerdem darauf einen Zwergenbart aus einer Baumspalte heraushängen gesehen zu haben. So laufen wir also durch die Wälder auf der Suche nach Feen, Elfen und Zwergen. Manchmal findet Nael aber auch besondere Äste, die dann als Schwert, Besen oder was er sonst gerade so zum Spielen benötigt, genutzt werden.

Wolken ziehen durch den Corona Forestal

Aber nicht nur Feenbäume kreuzen unsere Wege. Auf Teneriffa gibt es sogar auch Drachenbäume. Ein ganz besonders altes und somit auch großes Exemplar befindet sich in Icod de los vinos: Der Drago Milenario wird auf bis zu 1000 Jahre geschätzt. Sein tatsächliches Alter kann jedoch nicht festgestellt werden, da der Drachenbaum keine Jahresringe bildet (genaugenommen handelt es sich nämlich gar nicht um einen Baum, sondern um eine baumartige Pflanze). Wir finden den Baum beeindruckend aber fast noch besser gefällt uns die botanische Gartenanlage, in welcher sich el Drago befindet. Unser Baby hat allerdings nur Augen für die Hühner, die hier frei herumlaufen.

Schau in den nächsten Tagen nochmal vorbei, um über unsere Highlights – die Vulkanwanderung und das Whale Watching- zu lesen

Der Flug: Ist es eigentlich okay zu fliegen?

Es ist lange her, dass wir das letzte Mal geflogen sind. Tatsächlich ist es über 3 Jahre her und zwar waren wir mit unserem Erstgeborenen, der damals knapp vier Monate alt war, nach Marokko gereist.

Dieses Mal haben wir uns nun also mit zwei Kindern auf den Weg nach Teneriffa begeben. Zusätzliche Herausforderung diesmal: die Pandemieumstände. Zwar hatten wir uns fest vorgenommen vor der Reise nicht krank zu werden, da man momentan ja schon bei dem kleinsten Räuspern schief angesehen wird. Aber natürlich hatten wir alle einen fürchterlichen Schnupfen bekommen und das, obwohl wir den Großen extra eine Woche vor Abflug nicht mehr in den Kindergarten geschickt haben. Unsere größte Sorge war natürlich, dass wir eine Begegnung mit Omikron machen und nicht fliegen dürfen.

Nach negativen Tests, Gesundheitszertifikaten und Formularen zur Einreise konnten wir nun endlich einchecken. Bei jedem Hüsteln oder Nasehochziehen von den Zwergen (Dauerzustand bei uns im Winter) fing ich allerdings jedesmal an zu schwitzen, weil ich befürchtete, man würde uns das Fliegen doch noch verbieten. Aber alles easy. Die Probleme machte da eher mein Mann mit den Dreadlocks: Total klischeehaft wurde er bei jeder Kontrolle rausgewunken: Gepäckkontrolle in Luxemburg, Gesundheitskontrolle auf Teneriffa. Und ich? Ja, ich habe dann halt jedesmal mit zwei quengelnden kleinen Kindern gewartet. Aber alles gut, wenigstens werden Familien mit kleinen Kindern als erste zum Boarding aufgerufen! Das werden sie… allerdings schienen eine Vielzahl an etwas höher betagten Passagieren das nicht verstanden zu haben – trotz Durchsage in mindestens drei Sprachen. Da kann ich nur den Kopf schütteln und mich über mich selber ärgern, dass ich nicht dreist genug bin auf mein bzw. unser Recht zu bestehen.

Irgendwann haben wir es dennoch in das relativ kleine Flugzeug geschafft und sowohl der kleine als auch der große Zwerg waren trotz unglaublicher Müdigkeit enorm von der Maschine fasziniert. Wegen dem Druckausgleich beim Starten und Landen haben wir dem Großen ein Bonbon gegeben, während ich das Baby gestillt habe. Ursprünglich war mein Plan Yaro einfach den Schnuller zu geben aber da hat sich das Baby doch kurzerhand vor der Reise mal dazu entschlossen sich davon zu entwöhnen. Was ich übrigens super finde: Luxair schreibt explizit auf ihrer Website, dass stillen bei ihren Flügen am Sitzplatz möglich ist. Das sollte zwar selbstverständlich sein, allerdings ist Stillen in der Öffentlichkeit ja immer noch ein großes Thema.


Nach vier Stunden Flugzeug waren die Kinder immernoch wach, allerdings eher wie apathische Zombies. Nael war aber selbst in diesem Zustand noch fähig uns ununterbrochen mit Fragen zu löschern: Wann sind wir endlich da? Was passiert, wenn man diesen Knopf drückt? Sind wir im Universum?
Schließlich setzte das Flugzeug zum Landen an und in diesem Moment schlief das Baby ein.

Und ich frage mich die ganze Zeit -während des Fluges und während dem Schreiben dieses Artikels-, ob das überhaupt okay ist, so eine Flugreise zu machen, obwohl wir uns doch mitten in der Klimakrise befinden. Die Ethnologin in mir erwidert dann aber: Es ist wichtig den Kindern etwas von der Welt und ihrer Vielfalt an Menschen, Kulturen und Natur zur zeigen, damit sie lernen wie wichtig Respekt, Toleranz und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen ist.
Aber mal ernsthaft, wieviel CO2-Emissionen gehen durch diesen Flug eigentlich auf unser Konto? Ich habe mal mit Hilfe des Emissionsrechner nachgeschaut und es sind 176,40 kg CO2 pro Person und pro Flug. Das bedeutet, dass wir als Familie für den Hin- und Rückflug anteilsmäßig 1411,2 kg CO2 freigesetzt haben. Eine Buche kann im Durchschnitt 12 kg des Gases binden. Wir müssten also ziemlich viele Bäume, nämlich um genau zu sein 118 pflanzen, um unseren Flug zu kompensieren. Da werden wohl die paar Bäume und Sträucher, die wir in letzter Zeit gepflanzt haben wohl nicht ausreichen. Eine Alternative bieten Organisationen, wie Atmosfair. Hier hat man die Möglichkeit seinen CO2-Fußabdruck zu kompensieren, indem man in regenerative Projekte investiert und so mithilft an anderer Stelle Treibhausgase einzusparen. Im Prinzip eine gute Sache, die aber nicht dazu genutzt werden sollte, um die Eigenverantwortung abzuschieben. Es ist und bleibt eine Crux.

Hello world

Mondgeschwister-Autorin Laura berichtet von ihrer Weltreise mit Baby und Kleinkind

Baby Yaro entdeckt den Vulkan Teide

Das große Familienabenteuer hat begonnen! Wir befinden uns am Anfang unserer sechsmonatigen Miniweltreise mit Baby und Kleinkind im Gepäck! Die Idee: langsam und naturverbunden reisen -durch und evtl. auch um Europa. Wir sind mit dem Flugzeug gestartet und steigen im März, wenn es etwas wärmer wird, auf unseren Campingbus um. Weil wir es gerne tropisch mögen, aber unseren CO2-Fußabdruck irgendwie im Rahmen halten wollen, haben wir uns statt für Asien (und wir lieben Asien!!!) für eine Flugreise nach Teneriffa entschieden. Wir entfliehen also erstmal dem kontinentaleuropäischen Winter und starten auf einer subtropischen Vulkaninsel, die vielseitiger nicht sein könnte. Du möchtest unsere Abenteuer verfolgen, miterleben, wie wir das Reisen mit unseren kleinen Kindern gestalten und  zusehen wie wir uns Nachhaltigkeitsaspekten des Reisens stellen? Dann speicher Dir schnell mal unseren Blog ab! Und Spoileralarm: Das Thema, ökologischer Fußabdruck bringt uns ganz schön zum Grübeln. Aber es geht ja auch nicht darum alles perfekt zu machen, sondern Lösungen zu finden und das beste draus zu machen!

Dem Himmel so nah: Das Tenogebirge

Anmerkung: Aktuell bin ich nur mit Smartphone unterwegs, eine ordentliche Formatierung und hochauflösende Kamerabilder füge ich daher zu einem späteren Zeitpunkt hinzu!

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