Für uns noch ein weißer Fleck auf der Landkarte: Montenegro

Als Ethnologin und Geograph haben wir uns viel Wissen über Länder und Kulturen angeeignet; das kleine Balkanland Montenegro ist für uns allerdings noch ein unbeschriebenes Blatt. Also haben wir uns auf den Weg gemacht, um es kennen zu lernen.

Wir haben Kroatien verlassen, um Richtung Albanien weiter zu fahren. Albanien hat sich während unserer Reise zu einem richtigen Sehnsuchtsort für uns entwickelt, da sämtliche Reisende, die wir treffen von dem Land schwärmen. Der Weg dorthin führt uns nun durch Montenegro. Um ehrlich zu sein stand Montenegro nie auf unserer Bucketliste aber jetzt wo wir da sind, merken wir was uns alles entgangen wäre.

Zunächst jedoch wurden wir bei der Grenzüberfahrt als erstes von einem markanten Schild darauf hingewiesen, dass Campen außerhalb von Campingplätzen strengstens verboten ist. Das war ein kurzer Moment der Ernüchterung. Dafür hat Yaro beim Grenzübergang  seinen ersten Stempel in den Reisepass bekommen. Für solche Weltenbummler-Eltern, wie wir es sind, war das natürlich ein freudiges Ereignis!

Abendessen mit Panoramablick auf Sveti Stefan

Interessanterweise veränderte sich hinter der Grenze die Landschaft, so dass wir direkt das Gefühl hatten in einem anderen Land zu sein. Entlang der wunderschönen Küste – welche im Gegensatz zu Kroatien nur hin und wieder von kleinen Inseln gesäumt ist- erstrecken sich hohe grüne Gebirgszüge. Montenegro hat passend dazu ausgewiesene Panorama Roads. Von diesen Strecken aus kann man atemberaubende Aussichten auf das Land gewinnen.

Schon in einem der ersten Orte legten wir spontan unseren ersten Stop ein. Wir sahen eine kleine Burganlage, die wir unbedingt besichtigen wollten. Nael ist momentan von Rittern, Festungen und Burgen sehr begeistert, weshalb Burgbesichtigungen bei unserer Reise eine hohe Priorität haben. Ich gebe zu: wir Erwachsenen werden da auch wieder zu staunenden Kindern! Und bei insgesamt 4€ Eintritt für uns alle, wurde das Land schon mal nicht seinem Ruf gerecht, relativ teuer zu sein. Als wir am nächsten Tag jedoch einen Parkplatz ansteuern wollten, welcher für Campingbusse 10 € die Stunde kosten sollte, änderten wir wieder unsere Meinung! Wir fanden schnell heraus, dass Montenegro zwei Seiten hat: Luxeriöse supermoderne Spots der Superlative auf der einen Seite und ärmlichere (vielleicht auch authentischere) Örtlichkeiten auf der anderen Seite.

Montenegro war für uns wie eine Miniweltreise. Mal könnte man bei der ein oder anderen Aussicht den Eindruck haben in Brasilien zu sein und Niagara-Wasserfälle gibt es in Montenegro tatsächlich auch. Natürlich ist die montenegrinische Version kleiner als das Original, aber dennoch beeindruckend anzuschauen und ein schöner Ort um den Tag zu verbringen. Direkt an dem klaren Wasser des Flusses befindet sich eine idyllische Gaststätte mit Spielplatz. Nachdem wir den Canyon kletternd erkundet hatten, mussten wir dort natürlich einkehren. Der Große bestand darauf! Als dann auch noch ein Hirte mit einer kleinen Schafsherde und zwei Kälbern auftauchte, dachten wir, dass es nicht mehr spektakulärer werden könnte. Da haben wir uns wohl geirrt, denn auf der Weiterreise begegneten wir doch tatsächlich einer wilden Schildkröte und einer Herde Eseln, die unseren Weg kreuzten.

Faszinierend war die Strecke Richtung Albanien allemal. Wir passierten Wälder mit uralten und somit gigantischen Kastanienbäumen und kamen schließlich zu einer Berglandschaft, wo allerlei Heilkräuter sowie außergewöhnliche Orchideenarten wachsen. Von dort aus startet sogar auch eine Heilkräuterwanderroute.

Im montenegrinischem Hinterland angekommen, fanden wir einen schönen See, an welchem wir für zwei Tage unser Lager aufschlugen. Tagsüber trafen wir dort Dorfbewohner, welche zum Angeln herkamen. Sie erzählten uns, dass sie vom Tabakanbau lebten und Yanko durfte sogar etwas von dem lokalen Rauchgut probieren. Sobald ein Auto vorgefahren kam, wurden wir zur Begrüßung angehupt. Es schien keiner der Einheimischen etwas dagegen zu haben, dass wir an ihrem See campten- im Gegenteil sogar: wir wurden interessiert angesprochen!

Skadarsko Jezero: Ein grenzüberschreitender See
Nael hat bei dem abendlichen Spaziergang einen kleinen Frosch gefunden

Und nun haben wir es endlich geschafft: Wir sind in Albanien angekommen!

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